Österreich, Typenwahl, Beschaffungs-Skurrilitäten und Untersuchungsausschuss

Prikopa, Donnerstag, 13.07.2017, 22:24 (vor 2414 Tagen) @ SevenSamurai3107 Views

Was nehmen die statt dessen?[/b]

Hintergrund ist die Flieger vom Typ Saab 105 sind nur noch bis 2020 einsetzbar.
http://diepresse.com/home/innenpolitik/5171606/Was-nach-dem-Eurofighter-kommt

Als "gelernter Österreicher" würd ich sich sagen die Typenwahl hängt von der zur Schau gestellten Zuneigung ab.

Sah man ja bereits beim Eurofighter, da gab es ja kurzfristige Erleuchtung bei einigen beteiligten Personen, u.a. beim besten Finanzminister aller Zeiten und der personifizierten Unschuldsvermutung Karl-Heinz Grasser.

Oder wie es andere formulierten: „im Anschluss an die aggressive Zahlung von Erfolgsprämien an wichtige Entscheidungsträger gab Österreich einen Auftrag in Höhe von € 1,79 Milliarden für den Eurofighter Typhoon bekannt.“
https://www.trend.at/skandale/eurofighter/format-geheimakte-ali-millionen-fluesse-mensd...

Ansonsten sind es die F16 oder die Gripen.
Für die Gripen sprachen damals und sprechen aktuell anscheinend die niedrigeren Betriebskosten.

Neben dieser Schmierenkomödie kommt dann noch die üblichen Unfähigkeit dazu.
Bei den Eurofightern war dies der Umtausch 2007 unter Verteidigungsminister Darabos.
Umtausch von 18 Tranche 2 auf 15 Tranche 1 Eurofighter mit Kostenersparniss von 250 Mio.,
dafür schlechtere Ausstattung (Bewaffnung. ..), kürzere Betriebsdauer, ...
http://derstandard.at/2000058678207/Eurofighter-Bonus-von-Darabos-frisst-bis-2040-die-W...
Kleines, bescheidenes Detail am Rande: Die "neue" ältere Tranche Eurofighter blieb "nachtblind".
Weitere "Verbilligungsübersicht" https://www.gruene.at/darabos-malus

Gestern war ja Untersuchungsausschuss, daraus diese Perle:
"Eine Roadshow für Werbung der Gegengeschäfte wurde mit drei Mio für die Gegengeschäfte bewertet."
https://derstandard.at/jetzt/livebericht/2000061156806/1000091338/parlament-mitterlehne...

Hat den ehemaligen Vizekanzerl empört. Tatsächlich. Wahrscheinlich hat es auch noch ein paar andere Leute empört.
Ich finde ja, ein grandioses Abrechnungskonzept. Ein Zuckerl sozusagen. Ich mein, damit muss man mal durchkommen. Gratulation.


Beschaffungs-Skurrilitäten sind eine österreichische Tradition, dazu kommen noch Herrschaften wie Herr Alfons Mensdorff-Pouilly, kurz Graf Ali, seines Zeichen selbsternanntes "primitives bäuerliches Gehirn" https://twitter.com/arminwolf/status/580425070633435137 aber seine Gutachten sind Millionen wert. https://kurier.at/politik/inland/mensdorff-pouilly-anklage-warum-soll-meine-arbeit-nich...

Nebenbei war zufällig dann BAE so gnädig sich um den Ruf und die Freiheit des Landwirts (Eigendefinition von Graf Ali)
mit einen nicht unerheblichen Sümmchen zu kümmern.
https://www.profil.at/home/mensdorff-pouilly-graf-ali-diamant-310580
Weil er ja so bescheiden mithalf, bei den „aggressive Zahlung von Erfolgsprämien an wichtige Entscheidungsträger“.

Dabei soll man auch nicht seine kleine Vorleistung schmälern:
"Das Serious Fraud Office stellte jedoch einen Bericht von Mensdorff-Pouilly’s Firma „MPA Handelsgesellschaft m.b.H.
vom 27. März 2003 an die BAE sicher, aus dem hervorgeht, dass die MPA „Druck ausgeübt“ habe, um die erste Ausschreibung zum Ankauf von Militärflugzeugen durch die Republik Österreich zu stornieren. Nach der Angebotserstellung für diese Ausschreibung wäre die Wahl auf die F-16 von Lockheed Martin gefallen."
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurofighter-Aff%C3%A4re#Die_Rolle_von_Mensdorff-Pouilly


Am 16. Februar 2016 erstattete Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil auf Basis des vorliegenden Berichts der Task Force Eurofighter Anzeige gegen Airbus (wurde wegen Verdacht "dass die Eurofighter-Beschaffung durch Vertreter eines Berater- und Interessensnetzwerkes, die sich selbst finanzielle Vorteile erwarteten" eingerichtet). Der Schaden für die Republik betrage 1,1 Milliarden Euro, vorerst würden 183,4 Millionen Euro zurückverlangt.
http://www.heute.at/politik/news/story/Eurofighter-Skandal--1-1-Milliarden-Euro-Schaden...

Passendes Bild zur Beschreibung:
Diese "fliegende Tonne" von Saab, eines der ersten Düsenkampfflugzeuge des Bundesheeres, steht heute im "Familienpark Hubhof" (www.hubhof.at) nahe Melk. Kinder kriechen gern durch den Triebwerksschacht.
http://diepresse.com/home/innenpolitik/5173284/Causa-Eurofighter_Von-der-oesterreichisc...

Als gelernter Österreicher holt man sich jetzt schon Popcorn für den weiteren Verlauf, und betet die Leber hält durch.


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