Aus Fehlern lernen

Positiv, Montag, 03.07.2017, 01:06 (vor 2539 Tagen) @ TaFw2385 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 03.07.2017, 01:34

Das ist der naive Glaube von jemandem, der offensichtlich keinerlei
Fachkenntnisse hat, wie die heutige Produktion (und Auslegung von
Produkten) tatsächlich läuft.


Anscheinend geht es nicht darum, das was ich schreibe zu überprüfen,
sondern nur um mich unglaubwürdig zu machen. Meine Kompetenzen in einer
Behauptung als naiv anzuzeifeln.
Nun gut.
Als Maschinenbautechniker für LFZ-technik, sollte ich mich schon mit den
Produktionsweisen von Maschinen und dessen Bedingungen vom Design bis zur
Auslieferung auskennen.

Ja, das solltest Du eigentlich wirklich. Andernfalls müsste ich an der Qualität des hiesigen Bildungssystem noch mehr zweifeln, als ich das ohnehin schon tue.

Das Problem Deiner Argumentation ist, dass Du nur Teilsysteme betrachtest, aber nicht das Gesamtsystem.

Deine Grundaussage "die Maschinen sind einfach da und ersetzen die Arbeiter" betrachtet nur ein Teilsystem. Dadurch hast Du unfreiwillig mehrere rhetorische Vorlagen geliefert, die ich einfach verwandeln musste. Ich konnte nicht anders. Bitte sieh es sportlich und nimm es nicht persönlich.

Ich präzisiere weiter unten die Schwäche Deiner Argumentation.

Es geht doch nur um das Verhaltnis zwischen Menschenarbeit und
Maschinenarbeit.
Und heut braucht es für die Herstellung der Produkte weniger Menschen als
früher und durch die Bedingungen des Geldsystem, wegen der mMximierung des
Profites und der daraus erzeugte Steigerung der Effiziens in der
Produktion, in der ein Menschen heut, der Geld benötigt, mit mehr
Maschinenleistung, die selbst kein Geld benötigen, immer mehr Produkte, ja
selbst Maschinen für die Produktion, herstellen können. Dieser Trend
dieses Verhältnisses der Automatisierung und der Reduktion des Menschen
aus dem Produktionsprozess geht weiter Richtung mehr Einsatz von Maschinen
und weniger Einsatz von Menschen in der Gesamtkette durch den zunehmenden
Einsatz von Rechnern. Selbst im Banken und Versicherungsbereich fallen nun
Stellen wegen zunehmender Automatisierung ab.

Natürlich kann man mit Maschinen effizienter produzieren, deshalb wird es ja gemacht. Innerhalb des Teilsystems betrachtet, hast Du Recht. Immer weniger Menschen stehen am Fließband, ja.

Was Du übergehst, ist die Wirkung im Gesamtsystem: Die Arbeitsplätze sind nicht weg - sie sind nur woanders. Nämlich bei den Architekten, Konstrukteuren, Herstellern, Instandhaltern und Bedienern der Maschine. Der Fließbandsklave wird zunehmend obsolet. Stattdessen braucht es jetzt viel mehr Maschinenbau- und IT-Sklaven.

Dass Maschinenleistung kein Geld benötigt, ist schlichtweg falsch. Ich habe neulich einen Wartungsvertrag für eine 5-Achs-CNC unterschrieben. Hast Du eine Vorstellung, was das pro Jahr kostet, dass die Maschine durchgehend mit der geforderten Präzision fertigt? Der Anschaffungspreis dürfte Dir ja bekannt sein, wenn Du vom Fach bist. Wir haben lange gerechnet und abgewogen, ob wir die Maschine & Programmierer, oder weiterhin mehrere menschliche Dreher und Zerspaner auf die Gehaltsliste setzen. Ich berichte in einem Jahr, ob die Entscheidung klug war.

Es werden mehr Lebensmittel importiert, als exportiert.


Ich find da gegensätzliche Artikel.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eu-steigt-zum-groessten-agrarlebensmittel-...
Und nu?

Und nun wechselst Du den Bezugsrahmen, weil Dir die Argumente ausgehen. Ich schreibe von Deutschland, Du von der EU.
Ist Dir das wirklich nicht aufgefallen, oder hälst Du mich für blöd?

Reiche leben doch schon längst in einem leistungslosen

Schlaraffenland.

Reiche sind nie durch eigene Leistung reich geworden, sondern immer

nur

durch die Leistung anderer.

Jetzt ersetzt Du Fakten durch Ideologie. Neid schwingt auch mit. Der Zorn
eines Abgehängten?
Bist Du wütend, dass manche Menschen einfach intelligenter sind und es

damit >weit bringen?

Von Neid ist keine Rede. Ich bin nicht neidisch auf Menschen, die sich auf
Kosten anderer die Taschen mit Geld als Schuldscheine vollstopfen und
Intelligenz ist ebenso nicht das auschlaggebende Mittel für Reichtum. Nein
in unsrem Konkurrenzsystem wird man nur Reich an Geld, wenn man andere
Menschen unmenschlich behandelt, sie vom Markt verdrängt, ihnen das
Einkommen wegnimmt, sie zu Konkurrenzverlierern macht.

Du hast ein sehr einseitiges Weltbild. Klingt verdächtig nach "Eigentum ist Diebstahl". Es gibt eine Menge Leute, die Kraft ihrer Intelligenz, Kreativität, Begabung, Fachkompetenz, usw. reich geworden sind, ohne dabei jemanden auszubeuten. Die waren einfach verdammt gut und zur richtigen Zeit mit Mut und persönlicher Risikobereitschaft am richtigen Ort. So kann man durchaus auch erfolgreich und wohlhabend werden. Siehe Forumsmitglied melethron.

Wenn ich Projekte geleitet habe, waren die von mir angeheuerten Auftragnehmer immer außerordentlich zufrieden mit dem verlangten Arbeits- und Leistungspensum, dem Projektklima, dem Essen und ihrer Bezahlung. Wenn alles gut lief, habe ich außerhalb der getroffenen Vereinbarungen unangekündigt eine Erfolgsprämie gezahlt - ich will die guten und fähigen Jungs ja vielleicht mal wieder anrufen, wenn ich Unterstützung brauche. Manche schicken mir heute noch Weihnachtskarten.

Ich habe i.d.R. trotzdem sehr gut verdient und meine Subs auch. Leben und leben lassen. Ja, das gibt es tatsächlich, auch, wenn es nicht die Regel ist.

Auf einen solchen
Menschen, bin ich wahrlich nicht neidisch, denn die dafür notwendigen
Verhaltensweisen würden mich zu einem unmenschlichen Menschen machen.
Was mich nur stört, ist die durch das System künstlich erzeugte
Unmenschlichkeit.

Dass es (zweifellos) viele Arschlöcher gibt, bedeutet nicht, dass es nicht anders geht. Tut mir leid, wenn Du es noch nicht anders erlebt hast.

Wie mehrfach dargelegt, fällt es mir schwer, den gesellschaftlichen

Vorteil >von BGE zu erkennen. Das geht offensichtlich vielen anderen auch
so.

Wer ist hier auf dem Holzweg? Die Träumer oder die Realisten, die

kritische >Fragen stellen und keine konkreten Antworten bekommen, sondern
nur vage >Hoffnungen hören?

Meine Frage nach nur einem einzigen Beispiel, wo so ein Experiment mal

gut >ausging, hast Du leider auch noch nicht beantwortet. Das ist nicht

überzeugend.


Als Maschinenbauer ist Träumerei für das Lösen von Problemen eine
zwingende Voraussetzung. Menschen die nur Realisten waren haben nie die
Welt verändert, sondern immer nur die Träumer.

Meiner Meinung nach waren es immer nur die Macher. Die, die Flügel UND Wurzeln hatten. Die Regeln kann man erst dann erfolgreich brechen, wenn man sie komplett verstanden hat.
Träumer schreiben Bücher. Macher halten den Mund und machen. Scheitern. Und machen weiter und weiter und weiter... Bis schließlich der Laie staunt und der Fachmann sich wundert. [[top]] Und der Macher grinst.

Reallisten haben nie an
die Möglichkeit des menschlichen Fluges geglaubt, doch Träumer haben es
realisiert.

Keine Ahnung, wo Du den Anfang des Fluges verortest. Für mich kam der Durchbruch mit den Brüdern Wright und die waren absolute Nerds, Techniker, Mechaniker und Macher.

Es gab schon verschieden Versionen von Geldsystemen in der Geschichte der
Menschheit, mit dem einen oder anderen Ausgang. Ein BGE wäre mal etwas
neues.

Soweit ich das momentan überblicken kann, ist das nur Sozialismus 2.0.
Wo hat Sozialismus überhaupt schonmal länger funktioniert?
Was gibt Dir die Hoffnung, dass es dieses Mal besser läuft?

Doch dazu muß man erstmal seine Fantasie benutzen, um vorwärts schauen
zu können, anstatt in die Geschichte nur rückwärts zu schauen.

Gerne doch. Aber bereits mehrfach vergeblich und schmerzhaft durchlittene Fehler zu wiederholen in der naiven Hoffnung, dass es dieses Mal ganz bestimmt besser ausgeht, erscheint mir ziemlich unklug.

Grüße, P.


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