Elternhinweise, Lebenshinweise und Literaturhinweise

Literaturhinweis, Sonntag, 21.05.2017, 13:10 (vor 2529 Tagen) @ D-Marker7699 Views

In der Praxis sind es oft elterliche Hinweise, welche (oftmals) zu spät befolgt werden.

Das mit den Elternhinweisen ist auch eine sehr zweischneidige Sache:

- Einstein wurde von seinen Eltern, die in die Schweiz zogen, an einem deutschen Gymnasium mutterseelenallein zurückgelassen. Einer seiner Lehrer sagte ihm offen ins Gesicht: "Einstein, Sie sind eine einzige Provokation" (sinngemäß).

- Einstein floh dann von diesem Gymnasium, indem er sich krank schreiben ließ, weil es einer "ehrenhaften" Entlassung aus dem deutschen Gymnasium bedurfte, sonst wäre seine Aufnahme in der Schweiz gefährdet gewesen (das waren noch Zeiten!) und reiste seinen Eltern gegen deren Willen nach.

- Als er dann nach "Sechser"-Abitur ein relativ durchschnittlicher Student wurde, versuchte sein Vater ihn dann ohne sein Wissen brieflich dem ihm persönlich bekannten international renommierten Physikochemiker Ostwald anzubieten (anzubiedern), er möge sich doch seines nichtsnutzigen Sohnes erbarmen.

- Ostwald würdigte dies nicht einmal einer Antwort, Einstein nahm eine Stelle am Berner Patentamt an und ... der Rest ist Geschichte.

- Vielleicht sollte man noch erwähnen, daß Einstein seinen Nobelpreis nicht für die Relativitätstheorie(n) erhielt, sondern für eine wesentlich frühere und in deren Lichte eher banale Entdeckung - könnte man im selben Fach zweimal einen Nobelpreis bekommen, hätte er sein Leben vermutlich mit derer dreien beschlossen. Er war halt keine Curie, kein Churchill und kein Linus Pauling.

Das mit den Eltern funktioniert m.E. nur in relativ statischen Gesellschaften, d.h. heute in Industrieländern kaum noch. Wenn der Vater einen Schreinerbetrieb oder eine Anwaltskanzlei zu vererben hat, dann mag es angehen, statt nach einem brotlosen Studium als Akademiker arbeitslos zu werden, eher den Meisterabschluß zu machen oder Jurist zu werden und den bestens eingeführten elterlichen Betrieb fortzuführen.

Ich kenne aber einen Sprößling eines Malerbetriebes, der ein Musensohn war, aber der einzige Sohn. Während er es sicher zum exzellenten Konzertmusiker, evtl. zum erfolgreichen Solisten gebracht hätte, so mußte er (ließ sich zwingen) den väterlichen Betrieb übernehmen - denn seine Geschwister waren alle Schwestern, die sehr wohl den Betrieb hätten übernehmen können (und wollen), was aber der Vater sich nicht vorstellen konnte; es mußte eben ein männlicher Sprößling sein.

Der Sohn eines Chefarztes, mit vier weiteren Geschwistern, die alle studierten/studieren mußten (am liebsten aus Sicht des Vaters Medizin) und deren Vater für jede(n) in jeder infrage kommenden Universitätsstadt Deutschlands bereits eine Eigentumswohnung gekauft hatte, um das jeweilige Kind trotz evtl. dortiger Wohnungsnot dort standesgemäß unterzubringen, schaffte schon das Abitur nicht. Dennoch wurden weitere Versuche unternommen, bis man ihn -viel zu spät- endlich ein Handwerk erlernen ließ. Er mußte ca. vierzig Jahre alt werden, bis er endlich seine Berufung fand: Puppenspieler.

Das mit den Eltern ist so eine Sache. Und dieses wohlfeile esoterische "Werde, wer Du bist" nützt auch keinem was, denn dann bleibt er entweder, was er ist (was anderes kennt er ja nicht). Oder vertauscht den Regen mit der Traufe.

Manchmal wünschte ich mir von Dir einen persönlichen Erfahrungsbericht.

Das würde wenig nützen - mein Leben ist so einzigartig wie das jedes andern und taugt nicht (direkt) zu irgendeiner Nachahmung. Aber gerne antworte ich auf konkrete Nachfragen, die nicht einem bloßen Voyeurismus geschuldet wären.

Stattdessen gebe ich Ratschläge, die ich für andere für geeignet halte.

Z.B. läßt sich die hier erwähnte Familie Stern von kaum jemanden emulieren: im Dritten Reich verfolgt und dann umhergezogen, um Kindern den Hausunterricht zu ermöglichen. Die hiesigen Hamsterradler lassen ihr Kind lieber psychiatrisch "behandeln", als solche Strapazen einzugehen!

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