Nachtrag Literatur & LINKs

Weiner, Sonntag, 16.04.2017, 20:11 (vor 2596 Tagen) @ Mephistopheles8456 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.04.2017, 12:45

Hallo Mephisto,

die Auferstehung ist total genderneutral ...

Ich habe ausdrücklich an einer Stelle geschrieben von "der- und diejenige, die den Zustand der Auferstehung erreichen wollen" usw.

Jedoch ist Auferstehung nur dem Menschen (aktiv) möglich, nicht jedoch einem Tier. Der Grund dafür ist höchstinteressant und hängt damit zusammen, dass der Mensch seine Emotionen und Gedanken kontrollieren und damit operabel machen kann, das Tier jedoch nicht. Und der Stein hat nicht genug davon. Für Aliens weiß ich es nicht, möchte es aber positiv vermuten ...

Ein ganz besonderes Thema sind "Jesus und die Frauen". Jesus hat die damaligen patriarchalischen Konventionen ständig durchbrochen, dafür gibt es genug Zeugnisse allein im NT. Die Frauen haben es ihm gedankt: während die männlichen Jünger nach seiner Verhaftung wie die Hasen vor dem Fuchs davongelaufen sind, blieben die Frauen am Kreuz und Grab, und waren demnach auch die ersten Zeugen der Auferstehung. Es ist eine Peinlichkeit ohnegleichen, dass in einer NT-Erzählung eine Frau, hier also Maria Magdalena, als Zeugin erwähnt wird, denn nach dem jüdischen Prozessrecht konnten Frauen keine Zeugen sein. Die Geschichte zeigt m.E., dass mit dem Christentum zum ersten Male seit der Einführung patriarchalischer Traditionen (vor etwa 6000 Jahren), wieder die Stellung der Frau aufgewertet werden konnte. Dieser Impuls ging im Laufe der Geschichte zwar wieder verloren, jedoch gibt es in anderen Religionen der letzten 2000 Jahre nicht annähernd so viele prominente Frauen wie im Christentum. Die 'Emanzipation' der Frau im neuzeitlichen Europa (wie immer man sie beschreiben und bewerten möchte) wäre ohne diesen geschichtlichen Unterbau nicht denkbar gewesen. Die ökonomische Instrumentalisierung der Frau war hier nur flankierend hilfreich. In anderen Kulturen werden Frauen noch viel massiver ausgebeutet.

Zurück zum Thema: Insofern die abendländische Alchemie einen Teil des Entwicklungsprozesses in Richtung "Auferstehung" wiedergibt (vor allem die Umwandlung des materiellen Körpers, die dabei zu bewältigen ist) und insofern sie dabei zu androgynen Symbolen greifen muss, dürfte somit erkennbar sein, dass auf diesem Weg die Verhaltensmuster und auch die physiologischen Prozesse, die mit dem Geschlecht verbunden sind, letztendlich ebenfalls aufgegeben bzw. überwunden werden müssen:

„Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.“ (siehe Mt 19,12; oder auch bereits bei Platon, Symposion 189e-190e)

Gemäß meinen Ausführungen ist das Korrelat zum CHRISTUS im Islam nicht der PROPHET sondern der QTUB:

https://en.wikipedia.org/wiki/Qutb

Im Sufismus erlöscht der Schüler zuerst 'in seinem Lehrer' (aus dem jeweiligen Orden), dann erlöscht er in Mohammed (= Fana-fi-al Rasul), zuletzt in Gott (= Fana-fi-Allah). Dann ist er ein Qutb, in der christlichen Terminologie also ein Auferstandener bzw. "eins mit Christus/Gott".

Die Anwesenheit von Jesus und Maria in der Religionsgeschichte des Christentums,

https://en.wikipedia.org/wiki/Visions_of_Jesus_and_Mary

egal ob in der Vision, als 'Erscheinung' oder realiter, ist ein sehr spezifisches Kennzeichen, durch das sich das Christentum von anderen Religionen deutlich unterscheidet. Das letzte der hier nachfolgend genannten Bücher hat sogar versucht (wie kurios!), dieses Phänomen quasi mathematisch-statistisch zu erfassen.

+ Michael Freze - Voices, Visions, and Apparitions, Huntington IN/USA, 1993
+ Phillip H. Wiebe - Visions of Jesus, Oxford University Press 1998
+ Jake H. O'Connell - Jesus' Resurrection and Apparitions: A Bayesian Analysis, Eugene OR/USA, 2016

Beste Grüße, Weiner


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