Berlusconi sagte zu Merkel... Erdogan sagte zu Merkel...

Cascabel, Dienstag, 14.03.2017, 22:08 (vor 2534 Tagen)4120 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.03.2017, 22:40

Hallo, Forum

Am 15. September 2011 bezeichnete Berlusconi Merkel als unfickbaren Pferdearsch – eine nicht gerade
schmeichelhafte Aussage; Italien bezeichnete er im gleichen Atemzug als "Paese de merda" – ein Scheißland.
Merkel sagte damals, sie lasse sich nicht provozieren.

Am 13. März 2017 sagte Erdogan zu Merkel: "Verehrte Merkel, Du unterstützt Terroristen". "Verehrte" hätte
er sich sparen können, denn dass er sie respektiert, ist nicht anzunehmen. Dass er sie mit "Du" ansprach,
kam dem Pferdearsch jedoch verdammt nahe. Und dass er behauptet, Merkel beherberge Terroristen ist
nur insoweit eine Beleidigung, als dass die Wahrheit auf Politiker beleidigend wirkt. Merkel sagt heute, sie
lasse sich nicht provozieren.

Ob Berlusconi damals Recht hatte, liegt im Auge des Betrachters; er meinte er habe besseres gesehen.
Dass Erdogan Recht, wenn er behauptet, Mutti beherberge Terrorsiten, ist offensichtlich. Auch wenn es
nicht unbedingt die Terroristen sind, von denen er spricht. So belustigend die erste Aussage für die meisten
von uns damals war, so ernst ist die zweite heute.

2011 ging Berlusconi davon aus, Merkel geschäftlich – und mit Sicherheit auch privat – nicht wieder zu
sehen, weil er wusste, dass für ihn als Politiker die letzte Stunde geschlagen hatte. Daher meinte er, uns
allen beweisen zu müssen, dass er außer diplomatischen Floskeln auch die Sprache der Straße beherrscht.

2017 geht Erdogan davon aus, Merkel nicht wieder zu sehen. Daher beschimpft er sie auf eine Weise, die
es ihm meines Erachtens nicht erlaubt, ihr ein weiteres Mal gegenüber zu treten. Das tut er aber nicht, weil
er glaubt, seine letzte Stunde als Politiker sei nun gekommen - so wie damals Berlusconi. Er tut es, weil er
davon ausgeht, dass Merkels letzte Stunde als Politikerin bald schlägt.

Gruß von der Finca Bayano

Cascabel


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung