Meine Schwiegermutter bekommt in Russland ca. 200 € Rente

EM-Financial, Deutschland, Samstag, 11.03.2017, 17:13 (vor 2632 Tagen) @ aman135670 Views

Hallo,

ich habe mittlerweile auch einige Lebenserfahrungen in Russland, Ungarn, Thailand, Deutschland, Brasilien usw. gesammelt. Darum versuche ich mir mal an dem Thema die Zähne auszubeißen :-)

Können wir in der Diskussion: "Die armen Griechen", nicht auch einfach mal festhalten, das der Euro das Wohlstandsniveau Griechenlands (abgesehen von Verteilungsproblemen) insgesamt auf ein höheres Niveau gehoben hat, dass einfach für dieses Land einfach gar nicht tragbar war?

Auch ich bedauere es, dass es in Griechenland so schlecht läuft. Nur in Russland, das immerhin ein Jahrzehnt Wachstum hinter sich hat, muss auch mit 100-200 € monatlicher Rente auskommen und niemand beschwert sich.

Das Argument mit den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten zieht auch nur bedingt. Denn ich wette, wenn man in Griechenland nur Kartoffeln, Brot, Saisongemüse und Hühnchen rechnet, sind die Kosten nicht so viel höher, als in Russland oder Bulgarien.

Nur haben die Griechen wie auch die Deutschen und alle anderen EU-Nationen sich eben schon angewöhnt, dass man ausser den Grundnahrungsmitteln noch mindestens das Doppelte für Industrieprodukte ausgibt. Schockolade, Konserven, Tiefkühlkost, Papiertaschentücher, Klopapier...

Die Supermärkte sind voll von diesen "Luxusgütern" und Verlockungen. Dass man sich den Hintern auch mal mit einem Wasserschlauch putzen kann und die Nase mit einem Baumwolltaschentuch, ist aus unserer Denkweise schon völlig verdrängt worden.

Auch in Griechenland gibt es doch die Supermärkte, die den armen Leuten das Geld aus der Tasche ziehen.

In Russland könnte meine Schwiegermutter mit ihren 200 €/mtl. auch prima zurechtkommen, wenn sie nicht glauben würde, dass sie die ganzen Extras auch noch braucht (Chinesische Importwaren wie Kleidung, Fertigkost...)... Die Verlockungen in den Supermärkten ist einfach viel zu groß, dass man nicht mehr daran vorbeiläuft.

Darum arbeitet sie mit ihren 55 Jahren immer noch weiter und sechs Tage in der Woche, trotz ihrer Rente.

Was ich sagen will, wenn Griechenland ohne Euro und die "Verlockungen" der Konsumgesellschaft leben würde, dann würde es auch mit weit weniger als den 500 € im Monat funktionieren. Vorausgesetzt eine intakte Familienstruktur mit kleinem Haus und helfenden Händen.

Doch die westlichen Zivilisationszerleger haben ganze Arbeit geleistet und die traditionelle Familie als Grundlage der Absicherung vollkommen zerstört.

Gruß
EM-Financial

Ich finde die Frage, wie die Griechen klar kommen, höchst befremdlich vor
dem Hintergrund der Tatsache, dass im Nachbarland Bulgarien die Renten ein
Zehntel (1/10) der griechischen betragen.

Was soll diese Frage bezwecken? Die Menschen in Bulgarien arbeiten nicht
weniger oder weniger effektiv oder auf niedrigerem Ausbildungsniveau.
Die Rente ist 60-80 Euro oder eben Mal 100 Euro monatlich.
Die griechischen Renten müssen massiv runter und die bulgarischen massiv
steigen. Die Preise in beiden Ländern sind kaum unterscheidbar, ebenso die
Arbeitseffektivität. In der Bildung hat Bulgarien immer noch einen
gewissen Vorsprung.

Oder anders formuliert: Wieso spielt diese Frage plötzlich nur im
Zusammenhang mit Griechenland eine Rolle?


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