Danke der Nachfrage - das Fortschreiten der Krankheit macht es nicht leichter

azur, Dienstag, 28.02.2017, 22:23 (vor 2691 Tagen) @ Ankawor3611 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.02.2017, 22:27

Wollte nicht extra neuen Thread eröffnen, aber ich vermisse seit

letztem

Sommer Azur hier im Gelben. Weiß jemand was? Oder habe ich was

verpasst?


Gruß
D-Marker


Es ist immer noch nichts von ihm gekommen. Weiß jemand was? Vielleicht
hat er sich unter anderem Alias angemeldet ...

Hallo D-Marker,
Hallo Ankawor,

wie ich damals schrieb, bereitet mir das längere Schreiben zunehmend Schwierigkeiten. Werden sicher auch früher oder später auf Sprachsteuerung zurückgreifen müssen.

Musste einfach ein paar Gänge raus nehmen, denn es gibt in Familie und Leben auch so genug zu tun.

Dabei bedauere ich, dass ich noch nicht mal geschafft habe, die versprochene Ergänzung zur Auffassung von Besitz und Eigentum früher und heute zu bringen. Dabei hab ich dazu gesammelt, und natürlich weiter studiert (hilft prima als Ablenkung bei Schmerzen, gegen die auch die hohe Opium-Dosierung - so auch ein Arzt heute, nur beschränkt hilft). Und natürlich immer wieder Dinge gefunden, die ich früher hier zur Diskussion stellte.

So bekommen dann einige Familienmitglieder und Freunde ein paar Links am Tage (und immerhin melden sie sich, wenn diese nicht kommen). Und schon dort schreib ich schnell zu viel. So fit zu bleiben, dass ich wenigstens noch als Vater funktioniere, ist aber wichtiger als alles andre. Zudem ich damit die Berufstätigkeit meiner Lieben absicherer, also in dem ich die Kleinen hole und bringe (auch zum Trainings, Tanzen und Klavier).

Nur zur Illustration. Wir sind im letzten Jahr das erste Mal seit Jahren wieder an die Ostsee gekommen. Kann ja nicht mehr als ein Tasse tragen (an schlechten Tagen schmerzt sogar das zu sehr, Treppen schleiche ich wie im Moonwalk und beobachte das immer noch mit Erstaunen - war lange Leistungssportler und habe auch später viel gemacht), also haben uns Freunde hin und her geschafft. Die zuckten ständig zusammen, weil ich bei jeder kleinen Unebenheit zusammenzucke. Ein Kollege eines dieser Freunde hat es auch, was insofern ein Glücksfall ist, weil auch dieser Part, wie die Sclerosus, eine seltne Krankheit ist und wir 1 1/2h telefonieren konnten. Der hat lange ein Auto mit Luftfederung gesucht und wohnt ebenerdig. Und kennt es, wie blöde es ist, wenn man böse angeschaut wird, während Frau und Kinder schleppen und man ohnmächtig zum Zuschaun verdammt ist (besonders Frauen über 40 können einen da schon mal richtig angiften - mir sieht man die Behinderung zum Glück nicht an; auf der anderen Seite ist doch die Möglichkeit, dass der Untätige an einer Behinderung leidet, nicht völlig außerhalb des Wahrscheinlichen!). Die Hüften sind nun, auch durch die gestörte Statik, auch im Eimer. Nee, schön ist das Alles nicht, vor allem nicht für meine Lieben.

Hab zudem fertig gebracht als Selbstständiger 5 Jahre nicht in die Rente einzuzahlen und konnte mir nie eine Berufsunfähigkeitsrente leisten. Da kenn ich inzwischen noch mehr, denen es exakt so geht. Grundsicherung kommt nicht in Frage, weil man in meinem Alter nur ca. 10 Jahre befristet erwerbsunfähig eingestuft wird, denn ich 10 Jahren könnte ja der Stand der Technik so weit sein, dass man mich wieder eingliedern könnte, meinten die (mein Arzt hofft, dass wir so weit kommen). Damit sind nicht die, sondern das Jobcenter zuständig. Ehrlich: Immer geackert, und dann das. Stehe oft da und könnte mich ohrfeigen, wie ich es schaffen konnte, an der Stelle so unabgesichert zu sein (wer hierzulande alles was bekommt, und ich keinen einzigen Cent). Und zu nichts mehr richtig nütze zu sein - das ist mit Abstand das Schlimmste.

Aber immerhin geht alles soweit gut, und ich achte darauf, dass die Laune oben bleibt, denn sonst ist keinem gedient. Mehrere Fachleut haben mir gesagt, dass viele in meiner Lage verbittern und nicht mehr kolaborieren. Da wäre ich schon fast eine Ausnahme - und das ist schon mal was.

Schlimm ist, dass es normal sein soll, dass sich viele Bekannte und Freunde soweit zurück halten, dass man schon fast sagen kann, dass sie wie verschwunden sein. Viele könnten nicht damit umgehen, denn sie haben ja selbst schon so große Probleme, und würden Kranke instinktiv meiden, meinen andere entsprechende Fachleute (u. a. Psychologen, die lange in der Familienarbeit tätig sind). Das macht es natürlich auch nicht besser.

Aber bange machen gilt nicht und hilft ja auch keinem. Sage immer wieder, dass auf uns auch viele schöne Dinge warten, und das ist ja auch immer so gewesen.

Danke der Nachfrage und Euch alles, alles Gute!

Herzlich

azur


PS: gucke auch nicht mehr so oft rein, auch damit es nicht in den Fingern zuckt.

Dafür immer beim Don, wo man auch hin und wieder etwas in die Diskussion einstreuen kann.

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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