Mehrwert, Arbeitsproduktivität, Markt & Markpreise

Beo2, NRW Witten, Montag, 27.02.2017, 11:07 (vor 2606 Tagen) @ Mephistopheles3953 Views

Woher kommt der Mehrwert ... Er kommt ausschließlich aus der Arbeitskraft/-leistung. Das Kapital selbst kann nichts erzeugen, sondern wird ebenfalls von der Arbeitskraft geschaffen. Im Detail ...

Auf den Trichter hat mich vor langer Zeit mal ein schwarzafrikanischer Plünderer aus der damals so genannten III. Welt gebracht: Woher kommt es, dass die Leute in Afrika so viel weniger haben als hier? Die arbeiten nicht weniger.
Er hat recht. Wenn der Mehrwert aus der Arbeitskraft/-leistung käme, dann müsste Arbeit weltweit ungefähr gleich viel wert sein.

Nein, mit Arbeitsleistung kann nicht allein die Anzahl von Arbeitsstunden (da mensch nur abgesessen hat) gemeint sein, sondern diese müssen noch mit der Arbeitsproduktivität (-sindex) multipliziert werden. Letztere hängt mit der Arbeitsorganisation, mit der Qualität des Werkzeugs/Maschinen, mit der Ausbildung, Erfahrung und Motivation eines Mitarbeiters und mit anderem mehr zusammen. Sie hängt aber auch davon ab, ob der leitende Manager oder der mitarbeitende Unternehmer sachlich und sozial befähigt oder ein Stümper, Penner oder Säufer, Menschenschinder (Mobber) usw. ist. Z.B. die meisten Mafiosi betreiben ein Unternehmen, um Geld zu waschen .. auf die Arbeitsproduktivität kommt es ihnen gar nicht an.

Also, vereinfacht gesagt: Arbeitsleistung = Arbeitsstunden x Produktivität (pro Stunde). Die Arbeitsproduktivität wiederum hängt (ebenfalls) von zahlreichen Bedingungen ab (siehe oben). Nichts in der Wirtschaft ist MONOkausal bedingt .. und nicht nur dort.

Ist sie aber offensichtlich nicht, wie jeder sehen kann. Die Arbeit eines Subsistenzbauern aus der III. Welt schafft sehr viel weniger Wert als die Arbeit eines Bauern hierzulande, der mit einem zum Traktor umgebauten Panzer mit ein paar 100PS über das Feld walzt, obwohl der Subsistenzbauer sich sehr viel mehr anstrengen muss.

Richtig. Damit sind wir bei der Formel: Arbeitsleistung (eines Mitarbeiters) = Arbeitsstunden x (dessen) Arbeitsproduktivität.

Allein aus diesem Beispiel wird klar, dass Mehrwert eben nicht aus Arbeit folgt, sondern aus Schulden.

??? Schulden und der Traktor schaffen selbsttätig einen Mehrwert herbei, ohne Arbeitskraft??? Unglaublich! Das ist völlig absurd.

Während der Subsistenzbauer sich nicht oder so gut wie nicht verschulden muss, muss der moderne Landwirt Haus und Hof mitsamt Kind und Kegel verschulden, um sich einen modernen Trecker im Wert von ca. einer halben Million leisten zu können.

Ja, aber dies geschieht nur vorübergehend: Für die Kredittilgung sorgen normalerweise seine Kunden (die Konsumenten), indem sie dem Unternehmer Einnahmen zukommen lassen. Nun kann auch er tilgen und hat sein Hab und Gut wieder zurück. Dies wiederholt sich zyklisch .. aber manchmal hat einer soviel Einnahmenüberschuss, dass er bald gar keinen Kredit mehr benötigt. Nun kann er die weitere Produktion vollständig aus den Einnahmen finanzieren .. erst recht, wenn es ihm gelingt, zum Beispiel seine Personalkosten unter das Niveau bei der Konkurrenz zu senken.
Viele große Unternehmen benötigen kein Kredit, sondern schwimmen heutzutage im Geld (Rücklagen) und suchen dafür händeringend zusätzliche Renditequellen, da es sich nicht lohnt, real mehr zu investieren .. weil die Konsumenten dafür keine zusätzliche Kaufkraft haben, sondern nach der Lohnsenkung eher weniger.

Damit ist zum Mehrwert aus Arbeit alles gesagt.

So schnell??? Die Ausbildung, die Erfahrung, die Motivation der Mitarbeiter, ihre tatsächliche Arbeitsleistung zählen gar nix? Mehrwert entsteht MONOkausal allein durch Schuldenmachen und den Ankauf von Maschinen? Habe selten solchen Unsinn gelesen. Welcher Bauernfänger hat denn das in die Welt gesetzt?

Ohne tatsächlich erfolgte Arbeitsleistung von Menschen kann überhaupt kein Mehrwert entstehen. Das gleiche gilt allerdings auch für die Abwesenheit von geeignetem Werkzeug. Ergo: Jegliches reales Wirtschaftsprodukt (Ware oder Dienstleistung) entsteht aus der Fusion von Kapital und Arbeit.

Sämtliche Diskussionen um Mehrwert nach Zeit und Ort und den Umständen usw. versuchen nur zu verschleiern, dass der Mehrwert eben nicht aus Arbeit stammt.

Ja natürlich, die Kreditaufnahme (Schulden) und der damit gekaufte Traktor des Unternehmers schaffen es einfach herbei!!! Keiner braucht zu arbeiten!!! Selten solchen Unsinn gelesen.

Jeder kann arbeiten. Das, was er damit erreicht, ist der Wert seiner Arbeitskraft. Allerdings kommt dabei meist sehr wenig heraus.

Dies ist eine subjektive Bewertung ohne jegliche Beweiskraft.

Den Beweis liefert der Markt.

Der Markt beweist gar nichts, denn es betreibt keine objektive Wissenschaft ...

Der Markt ist ein privater-öffentlicher Handlungsraum, ganz ähnlich einem Fußballstadion: Es gibt das markierte Spielfeld, die Spielregeln, die Schiedsrichter, den Ball und schließlich die Spieler. Ihr Spiel ist stark reglementiert (reguliert). Das Ergebnis muss am Ende vom Oberschiedsrichter akzeptiert werden, sonst ist es ungültig. Für "freies" Herumtollen und "freie" Fouls gibt es die rote Karte. Manche Spieler neigen ja zu nicht akzeptabler Brutalität und gelegentlich endet ein Spiel mit wüster Schlägerei (Bürger-/Krieg). Genauso ist es mit dem "freien" Markt und mit den Marktpreisen (Ballbewegungen).

Alle Marktpreise sind abhängig insbesondere von der Wirtschafts- und der Sozialpolitik eines Landes .. so z.B. von den Steuergesetzen, Arbeitsmarktgesetzen (wie Arbeitszeitgesetz), Mitbestimmungsgesetzen, Vergütungsgesetzen (vgl. Überstunden/Nacht-/Feiertagsarbeit, Mindestlohn, Managergehälter etc.) usw..
Es gibt keine "freien" oder "sich frei bildenden" Marktpreise und hat es auch nie gegeben. Private Angebot & Nachfrage besorgen lediglich das relativ freie Feintuning der Marktpreise. Wer etwas anderes behauptet, betreibt bewusst Demagogie oder Lüge.

Alle Marktpreise sind das Ergebnis sowohl politischer als auch privater Bewertungs- sowie politischer und privater Entscheidungsprozesse.

Die Einführung der Sklaverei war u.a. durch zwei markante Ereignisse markiert:
1) Erstens, durch die blutig gewalttätige Privatisierung des bis dahin gemeinschaftlichen Guts 'Grund & Boden', mit allem, was sich darin und darauf befindet und wächst. Damit wurde den meisten damaligen Menschen ihre Lebensgrundlage entzogen, um sie ihnen anschließend gegen Lieferung von Arbeitsleistung zu verleihen.

Es gab kein Gut 'Grund & Boden', sondern dies wurde durch Urbarmachung erst geschaffen.

Wie??? .. der Grund & Boden, das Wasser, die Rohstoffe, die Flora und Fauna etc. wurden oder wird laufend von demjenigen geschaffen, der es als erster irgendwie genutzt hatte bzw. gerade nutzt .. und deshalb sei das dessen legitimes Eigentum? Willst Du mich für dumm verkaufen? Was ist das für abartige Hirnkrankheit - WER hat sich das ausgedacht?

Ich jedenfalls, und nicht nur ich, meine(n) ganz entschieden, dass Grund & Boden sowie zahlreiche Ressourcen von der Natur oder dem Schöpfer allen! Menschen bereitgestellt wurden und einfach nur genutzt, gesammelt oder ausgebuddelt zu werden brauch(t)en. Wie auch immer, dazu wurde natürlich immer Arbeitskraft benötigt.

Wem anders als demjenigen, der Land erst urbar macht, steht der Eigentumstitel zu?

Häääh, wieso steht ihm ein Eigentumstitel zu??? Einfach so??? WER hat das entschieden??? Und was war passiert, wenn nach und nach Andere kamen und es ebenfalls bewirtschaften wollten? Wie kann der erste Nutzer einfach behaupten, es wäre nun sein Eigentum und die anderen zum Teufel schicken??? Das ist doch völlig absurd - so etwas geht nur mit Waffengewalt!

Allerdings muss das Land ständig bearbeitet werden, sonst verwildert es und das Eigentum erlischt.

Wieso erlischt es? Kann ich denn "dein" Grundstück einfach übernehmen, wenn Du nichts damit machst? Nein, das kann ich nicht, denn es wurde einmal mit Gewalt "privatisiert" und dann weiterverkauft. Nun beschützt es die korrupte Regierung mit völlig willkürlichen Gesetzen, damit es weiterhin Privateigentum bleibt.

Hier wurde einfach ein Raubgut, welches der Allgemeinheit gehörte, weiterverkauft und weiterverkauft, bis es bei dem heutigen Eigentümer landete. Es ist aber nach wie vor ein Raubgut und gehört einfach der Allgemeinheit zurückgegeben. Raubgut gehört zurückgegeben, auch wenn es bereits einem Hehler oder einem Sammler verkauft wurde. Der Käufer hat den Schaden zu tragen. Dies ist die allgemein gültige Rechtsauffassung.

Dieser Raub wird niemals von der Allgemeinheit (Mehrheit) auf Dauer akzeptiert werden .. das Ding kommt eines Tages zurück! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Danach wird es von der Kommune nur noch zeitweilig und gegen Entgelt verpachtet werden.

So fanden die Germanen, als sie um das Jahr 800 rum Südgermanien wieder kultivierten, keinerlei römisches Eigentum mehr vor, sondern sekundäre Urwälder, welche nach dem Abzug der Römer entstanden waren.

Es kann auf Dauer gar kein Privateigentum am Grund & Boden geben, da jedermensch bewusst oder unbewusst weiss, dass es Raubgut ist und vom Anbeginn an der Allgemeinheit gehörte, und dass niemand das legitime Recht hatte, es irgend jemandem zu verkaufen.

Die früheren nordamerikaschen Indianer waren völlig perplex, als die Weissen von ihnen Land kaufen wollten. Sie sagten verwundert: "Wie soll das gehen; das gehört uns doch nicht?! Das ist doch unsere aller Mutter Erde; wie können wir unsere Mutter verkaufen?" Danach haben die Weissen die Indianer einfach zusammengeschossen und sich das Land genommen. Ein unglaubliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit! - bis heute nicht gesühnt und nicht wieder gutgemacht! An die 50 Millionen Indianer in Nordamerika mussten für diese ihre "Uneinsichtigkeit" mit ihrem Leben bezahlen. Die Rechnung dafür wird gewiss noch gestellt werden.

Das kann niemals akzeptiert werden .. und wird es auch nicht werden. Das Land kommt zurück in das gemeinschaftliche Eigentum der Allgemeinheit!

2) Zweitens, die Gründung der ersten privaten Unternehmen erfolgte unter Anwendung brutalster Gewalt durch die ersten Unternehmer, um so gefangen genommene Arbeit"nehmer" in geordneten Arbeitsprozessen "sozial zu organisieren". Dies begann zu geschehen vor etwa 10.000 Jahren.

In Deutschland gab es kaum Sklaven außer den (Kriegs-)Gefangenen , die ab dem 3. Jhd. von jüdischen Sklavenhändlern international verkauft wurden. Die Anwesenheit von Juden in Deutschland ist ab dem 3. Jhd. belegt? Was haben sie wohl gemacht, wovon haben sie gelebt? Landwirtschaft haben sie jedenfalls nicht betrieben, dafür gibt es keinerlei historische Zeugnisse.

Es ist doch egal, ob es irgendwo im Teutoburger Wald auch gefangene Leibsklaven gab und wie viele es waren .. jedenfalls gab es in ganz Europa, und nicht nur hier, besitzlose Fronbauern, Leibeigene, Hausgesinde, Tagelöhner auf dem Acker, Manufakturarbeiter usw., die bei mir allesamt in die Klasse der Sklaven oder Lohnsklaven fallen: Sie alle waren bzw. im weltweiten Maßstab wurden nach und nach bis zu 4/5 der Bevölkerung in der einen oder anderen Form versklavt, d.h. völlig macht- und mittellos .. bis heute.

Machtlosigkeit, Mittellosigkeit und Lohnabhängigkeit sind nach meinem Verständnis die 3 notwendigen und hinreichenden Hauptmerkmale eines Sklaven. Dies ist eine vernünftige und legitime Definition. Ob Jemand unfreiwillig Fuß- oder Halsketten anhat, regelmäßig ausgepeitscht oder gefoltert wird, halte ich unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten für völlig irrelevant. Hier wären einfach die Gerichte bzw. die verbrieften Menschen- und Bürgerrechte zu bemühen.

Auch Unternehmen, welche überwiegend oder zur Hälfte der Kommune gehören, können Mehrwert erwirtschaften.

Ja, sie sind aber sozialschädlich, weil niemand privat haftet.

Aber sicher haftet auch bei Kommunalunternehmen jemand, nämlich die Allgemeinheit, die Bürger der Kommune gemeinschaftlich. Jemand haftet immer, und das substantiell, formal oder informell. Z.B. haften alle Bürger für die Taten und Untaten ihrer Regierung, und zwar substantiell, mit ihrem Gemeinschaftsvermögen des Staates und sogar mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, wennauch informell.

Den Schaden, den kommunale Unternehmern verursachen erleben immer mehr Kommunen, wobei die Gemeindeabgaben zwar steigen, der Nutzen, den die Gemeinde bietet, jedoch immer geringer wird.

Dies ist eine subjektive Bewertung ohne jegliche Beweiskraft. Ihr steht eine ganz andere subjektive Bewertung gegenüber.

Mit Gruß, Beo2


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