Sachwerte vs. Deflation

SMK ⌂, Dienstag, 21.02.2017, 13:47 (vor 2613 Tagen) @ lowkatmai3953 Views

Eigentlich müssten alle Assets im Preis fallen. Egal ob Aktien, Bonds, Commodities, Immobilien und Antiquitäten. Der Grund ist, dass durch Schuldendeflation auch die Geldmenge sinkt -> weniger Geld trifft auf gleichviele (oder mehr) Assets -> Preise fallen.

Die Unsicherheit bei Gold ist folgende: Gold ist eigentlich eine Währung und kein "Ding". Und es ist nicht nur eine x-beliebige Währung, sondern die ursprüngliche Währung (> 5000 Jahre nachweisliches Zahlungsmittel).

Prechter versteift sich darauf, dass aufgrund der Reserve Funktion des Dollars alles in Dollar bepreist fallen muss: Auch Gold. Gold würde nach dieser Sichtweise in Euro oder allen anderen Währungen gerechnet trotzdem outperformen, obwohl es in Dollar bepreist fällt.

Ich sehe es etwas anders: Da Gold die ursprüngliche Währung ist, wird es das einzige Asset sein, das seinen Wert mindestens behält und evtl. sogar steigt (aufgrund der Knappheit). Das wird aber erst über die nächsten Jahre geklärt werden können, sicher bin ich mir auch nicht. Ein Indiz ist, dass Gold in Dollar die letzten 17 Jahre besser gelaufen ist, als Gold in Euro (der Euro hat gegen Gold weniger verloren als der USD).

Glaubt man Prechter, so müsste man als Europäer (oder sonstiger Nichtamerikaner) zu 100% in kurzlaufende US-Staatsanleihen investieren (SHY-ETF), da der Euro gegenüber dem Dollar kollabieren wird und man mittels der Kurzläufer Währungsgewinne und minimale Zinseinkünfte abschöpfen kann. Zweitbeste Anlage-Alternative wäre phyisches Gold, da es in Euro bepreist trotzdem steigen wird.

Glaubt man mir, so müsste man physisches Gold und Goldminer über die nächsten Jahre halten - beigemischt mit 10 und 20+ jährigen Treasuries. So mache ich es aktuell in meinem wikifolio.

Alle anderen Anlageklassen, seien sie zinstragend oder nicht, werden die nächsten Jahre so oder so uninteressant sein, da diese Kapital vernichten werden. Ausnahme wäre evtl. der griechische Aktienmarkt. Dieser ist bereits nominal um 90% gefallen und in Gold gerechnet 97%. Sobald die Griechen aus dem Euro raus sind, würde es sich lohnen dort long zu gehen.

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LongWave, das Kondratjew Wikifolio
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