Mein Papa hat immer gesagt: Wenn Du nicht weißt, was Du tun sollst, tu erstmal gar nichts

Gaby, Donnerstag, 16.02.2017, 11:51 (vor 2614 Tagen) @ Elli5905 Views

Lieber Jürgen,

wie wäre es, wenn Du anfingst, für den Tag zu leben? Perspektivisch zu denken mit der Krankheit, die Du nun mal leider hast, führt zwangsläufig zur Verzweiflung.

So doch auch jetzt: Im Moment, heute, jetzt, ist das, was Du befürchtest, noch nicht da, noch nicht Fakt. Offenbar ist der Lebenswille doch auch noch immer größer, als die Frustration über das, was da nun wohl kommt. Wenn Du schreibst "ich trau mich nicht" steckt doch darin noch immer Lebenswillen. Erst, wenn man sein Leben wirklich, wirklich nicht mehr haben will, beendet man es - und dann ohne Bedenken. Wie Du weißt, spreche ich aus Erfahrung in der Familie.

Wie mein Papa immer so schön sagte (nein, er ist es nicht, von dem ich eben sprach): "Wenn Du nicht weißt, was Du tun sollst - tust Du erstmal gar nichts. Dann hast Du keinen Fehler gemacht." Allemal, weil ja wohl nichts so unumkehrbar ist, wie der Tod.

Ich denke, das Gelbe war und ist Dir bestimmt ein Grund, weiter zu machen bzw. Dein Leben nicht zu beenden. Wie sehr wir Dich hier alle schätzen, das liest Du ja.

Wenn irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo sich dies mit Deinem Leiden nicht mehr die Waage hält, dann ist das so. Im Moment ist es vielleicht noch nicht so weit.

Gehe mit dem Tag!

Viele, allerherzlichste Grüße (ich werde heute ein Glas Wein auf Dich trinken, habe heute 50sten Geburtstag :-) Bitte eventuelle Geburtstagswünsche stecken lassen, dies ist Jürgens Thread!!!!)

Gaby

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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci


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