Halte ich fuer eine diskutabele Aussage...

-Quantenfeldtheorie-, Mittwoch, 08.02.2017, 10:22 (vor 2718 Tagen) @ DT4321 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 08.02.2017, 11:16

Guten Morgen DT,

ich halte deine Aussage fuer diskutabel.
In einer Welt, in der aktuell nahezu Alles, und das von allen Seiten aus kommend, als $INSERT_IDEOLOGY_HERE$faschistisch bezeichnet wird, sollte jedes Gespraech erstmal mit der Herstellung einer gemeinsamen Vorstellung ueber die Begrifflichkeit starten, ansonsten waehnt sich jeder der Diskutanten im Recht, weil seine Definition von "Faschismus" "die richtige" ist.

Ich war ebenso wie du, ich glaube mich daran zu erinnern, vor kurzem in den USA und habe mich mit vielen unterschiedlichen Menschen ueber die aktuelle Lage unterhalten.
Was Leuten dort leider in vielen der Gespraeche fehlte ist die mangelnde Einsicht in die Tatsache, dass andere Leute durchaus eine andere Meinung vertreten koennen, OHNE der neue Hitler zu sein. Wie oben schon gesagt, auf beiden Seiten. Islamofascists, Leftfascist, Right-Wing-Fascists, Veganfascists... man koennte meinen, in den USA laufen nur noch Faschisten herum.

Ich wollte aktuell nicht in SoCal leben und mich als Trump-Befuerworter outen muessen. Was dort passiert ist einfach nur eine Bankrotterklaerung einer Gesellschaft. Ebenso gab es ein paar Fleckchen in Utah, wo es mir als Clinton-Anhaenger schlecht gehen wuerde, aber die werden dort gefuehlt nicht durch die Strassen gepruegelt.

In 6 der 7 Laender, die auf der Moratoriums-Liste stehen, wohlgemerkt hatte da Obama schon ein Woertchen mitzureden, fuehrte oder fuehrt Amerika aktiv Krieg. Dieser Fakt wird in den Medien gerne mit dem Spin des "War on Terror" oder "Bringing Democracy..." gewuerzt. Deswegen denken in den USA ja auch viele Menschen, dass der Friedensnobelpreistraeger super cool ist, obschon er mindestens mit Kriegsverbrecher noch sehr wohlwollend umschrieben werden sollte.
Zurueck zum Thema: Trump hat offenkundig ein Vertrauensproblem mit der Qualitaet des Ueberpruefungsprozesses der Menschen, die ein Visum wollen. Trump machte das gleiche in meinem Berufsfeld, in dem er mal spontan verordnet, dass die komplette IT Security der USA "zu ueberpruefen" ist...in 60 Tagen. :)

Halte ich das was er macht fuer nachvollziehbar? In Teilen ja.
Halte ich die Art wie er das macht fuer ok? Auf keinen Fall.
Wuerde ich es faschistisch nennen? Noch nicht, aber es entwickelt sich in eine Richtung, bei der man offen darueber sprechen muss, warum Geheimnisse in einer freien Gesellschaft wichtig sind und die Abschaffung dieser Geheimnisse der erste Schritt in eine totalitaere Richtung sind.

Ich halte deinen Post fuer eine wunderbare Diskussionsgrundlage ueber den Status Quo unserer Zeit, weil derlei Erscheinungen nicht nur in den USA zu sehen sind.

Viele Gruesse,
QFT


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