Schöne neue Welt - ist künstliche Intelligenz 'intelligent'? Sie kann das besser, was Computer seit 50 Jahren 'besser' können

Literaturhinweis, Montag, 06.02.2017, 16:34 (vor 2718 Tagen) @ Broesler7783 Views

Nämlich Muster erkennen. Von dort aber ist es es ein weiter, möglicherweise ein endloser, Weg zur Semantik. Ich hatte ja einerseits zur Robotik einen Beitrag verfaßt, andererseits aus ähnlichen Gründen Noam Chomsky zur Sprachtheorie verlinkt.

Zum Aufwärmen mal etwas, was eindeutig nach künstlicher Intelligenz und Pioniertat riecht:

(Spiegel.de) - Google-Werbung verwirrt Google-Gadgets:

"... Video, das [Google zur Super-Bowl] zeigen ließ, hatte eine möglicherweise unerwartete Nebenwirkung - es aktivierte zahlreiche Google-Home-Boxen in den Haushalten der Zuschauer."

Google-Home ist genauso ein Wohnungsüberwachungsapparat für Sicherheitskräfte und Geheimdienste, wie Amazon Alexa/Echo. Daher im obigen Artikel auch:

"Amazons Echos wollten Puppenhäuser kaufen" Süß - wenn's Papi vergißt, wie schön. Hoffentlich war der kindliche Mitbewohner kein Junge oder die Familie kinderlos. Könnte ja sonst auffallen, so, wie Grillkohle ohne Fleisch und die Amazonkunden-Familie könnte in den Sog von Pizzagate geraten.

Was ist nun 'Künstliche Intelligenz' - etwas, das seit 50 Jahren so von der Stelle kommt, wie Kernfusion?

Ich werde dazu demnächst ein paar Literaturhinweise beisteuern, soviel daher nur: ein empfehlenswertes Buch "The Turing Test and the Frame Problem: AI: AI's Mistaken Understanding of Intelligence" von Larry J. Crockett. Oder meinetwegen "Artificial Intelligence: Mirrors for the Mind" fürs 'Mainstream-Understanding' der Thematik.

Was beschreibt nun Schmidhuber? Daß seine LSTM - Long Short Term Memory-Neuronalen Netze Muster schneller erkennen können, als jeder Mensch und daß diese rohe Computing Power in spätestens 30-50 Jahren mehr in einem kleinen Gerät kann, als alle Hirne aller dann lebenden Menschen (10 Milliarden? Wenn's so lange hält.)

Was er 'verschweigt': diese neuronalen Netzwerke grasen zu Trainingszwecken bereits vorhandene Muster ab, denen Menschen Bedeutung beimessen.

D.h. vorher hat ein Mensch gesagt, welches Zeichen eine bestimmte 'Sauklaue' bedeuten soll, und mit der Zeit wird das neuronale Netzwerk befähigt, auch abweichende 'Sauklauen' richtig im vorgegeben Rahmen zu entziffern. Richtig. Und es wird aufgrund vorab vorgegebener Übersetzungen (vgl. den Fundus bei der Europäischen Union, den sein Team nutzte, andere nutzten schon vor Jahrzehnten Bibelübersetzungen) 'bestimmt', was ein Satz in einer anderen Sprache zu heißen habe. Ja. Auch bei Verkehrszeichen funktioniert das (siehe dort). Es funktioniert aber nicht so gut, und vielleicht auch niemals, wenn solch ein System ohne Referenzrahmen entscheiden soll, ob es irgendwo entlang fahren soll, wo keine Zeichen sind, der (menschliche) Fahrer aber irgendwo vermeint, einen Hilfeschrei zu hören. Das Auto fährt einfach weiter oder stoppt, wenn es 'nicht mehr weiter weiß'. Der Mensch, je nach Charakter, etwa ein Rüdiger Nehberg, fängt da gerade erst an, sich warmzulaufen.

Daher sind diese 'Singularitäten' ein Überschreiten immer neuer Grenzen von 'roher' Computerkapazität, aber nicht etwa Zeichen einer der menschlichen vergleichbaren Intelligenz; ob Quantität in Qualität umschlägt, muß sich erst noch weisen. Aber das grenzenlose Vertrauen darein, Maschinen könnten räsonnieren, hatte ich ja schon bei Blockchains skeptisch betrachtet. Irgendwann demnächst etwas mehr und fundierter, wie gesagt.

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