Interessante Analyse, - deckt sich vieles mit meinen Beobachtungen

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 04.02.2017, 07:44 (vor 2698 Tagen) @ Literaturhinweis4668 Views

Der gute Anwalt gewinnt zwischen 80% und
[quote]annähernd 100% seiner Verfahren
- aber nicht, weil er ein überlegener
Rhetoriker wäre oder -als sog.
'Winkeladvokat'-
unlautere Tricks beherrschte, nein, weit gefehlt: sondern, weil er nur
die Fälle ausficht, bei denen er seinen Mandanten guten Wissens zur
Klage(erwiderung) raten kann
. In anderen Fällen dagegen rät er ab.[/quote]

Hatte mal in einem Verfahren (Strafverfahren gegen mich in einer Unfallsache in Rumänien) einen Prozeß, der bis zur letzten Instanz nach Bukarest ging.(Bundesgerichtshof). Ich gewann das Ding und wurde freigesprochen.

Trotzdem bestand für mich immer eine gewisse Gefahr, was den Ausgang betrifft. So sah ich es zumindest. Hab mir die Schriftsätze des Anwalts durchgelesen. So großartig waren die wirklich nicht. Nur: Der Anwalt stand kurz vor seiner Pensionierung und benutzte offensichtlich seinen Bekanntheitsgrad.

Ich beobachtete den Ablauf, als wir zusammen den Gerichtssaal betraten. Jeder begrüßte ihn mit seinem Namen, er selbst ging zum Richtertisch, gab den Richtern die Hand, dem Staatsanwalt genauso, und dabei hörte ich gewisse Bemerkungen wie "wie gehts der Frau, ist sie schon wieder gesund?", "Was macht die Tochter, hat sie ihr Baby schon bekommen?", "Hat der Sohn nun das Examen bestanden?" usw.).

Irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass der Anwalt hauptsächlich aufgrund seines Bekanntheitsgrades sowie seiner persönlichen Bekanntschaften den Prozeß gewonnen hatte. Kann das möglich sein?


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