Von Wünschen und Möglichkeiten

nereus, Freitag, 20.01.2017, 08:00 (vor 2739 Tagen) @ Weiner3750 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 20.01.2017, 14:22

Hallo Weiner!

Du fragst: .. kennst Du irgendwelche Äußerungen von Putin und/oder von seinem Hofstaat, die darauf schließen liessen, dass er sich westlich von Russland ein starkes Europa wünscht? Das kann er nicht wollen, da ist er zu klug dafür.

Dass er sich ein starkes Europa wünscht, habe ich so noch nicht von ihm gehört.
Er will nur Partner, die sich an Verträge halten und wo es keine Einmischung von außen in die Innenpolitik gibt. Ist das nix?

Aber wenn er wirklich sehr weitsichtig wäre, dann würde er darüber nachdenken.

Der Stratege Putin dürfte über alle Möglichkeiten schon einmal nachgedacht haben.
Aber, drehen wir den Spieß doch einmal um.
Haben sich europäische Staatschefs schon einmal ein starkes Russland gewünscht?
Falls ja, bitte Quellen nachreichen. [[freude]]

Diese Vögel sind ja nicht in einmal in der Lage bestehende Partnerschaften zu erhalten, geschweige denn neue aufzubauen.
Alles was die tun ist destruktiv – sogar für die eigene Klientel (siehe Wirtschaft).

Und einen Weg suchen, ein geeintes und russlandfreundliches, wenigstens aber ein geeintes und russlandneutrales Europa anzubahnen. Gut, ist aktuell für ihn kein Thema. Hat er Wichtigeres an der Backe.

Putin hat sich die Hacken abgelaufen und den Mund fusselig geredet, hinsichtlich einer europäischen Annäherung.
Er wurde, bis anfangs auf Chirac und Schröder, konsequent zurückgewiesen, weil der Westen die Bedingung der neuen Unterwerfung diktieren wollte.
So schaut’s aus in der Brüsseler Demokratur!

Deine Begeisterung über die "neuen Konservativen" freut mich.

Es freut mich, daß Dich das freut. [[zwinker]]

Aber, nochmals: die werden alle von Dir aufgezählten Ziele entweder nicht erreichen oder wieder verlieren, wenn sie zu nationalstaatlichen Egoismen zurückkehren. Was im Kleinen gilt (wahre Gemeinschaft und Genossenschaft bringen Stärke), das gilt auch im zwischenstaatlichen Bereich.

Aha, was im Kleinen so im Großen.
Dann rekapitulieren wir doch einmal.
Wer will denn die kleinste Zelle der Gesellschaft systematisch zerstören?
Wer versucht denn über Fördermittel und Verordnungen ständig Landkreise, Regionen und Länder zu unterhöhlen, aufzusprengen und neu zu ordnen?
Wäre es nicht sinnvoll von den gewachsenen Strukturen zu einer höheren Einheit zu kommen, die sich nicht um jeden Quark kümmert?
Muß für jeden „Furz, der verquere sitzt“, eine neue Organisation erschaffen werden, die dem Steuerzahler auf der Tasche liegt und ihn pausenlos nötigt?

Der "neue Konservatismus" wird nur dann langfristigen Erfolg haben, wenn er das Projekt Europa nicht aufgibt.

Wie sieht denn das Projekt Europa Deiner Ansicht nach aus?
Wie wäre es denn einmal mit einer ungefähren Definition?

Die Frage, auch von @Balu, ob politische Eliten dumm sein können, ist durchaus berechtigt. Man sollte meinen, dass Instinkt und Gier, Kalkül und Professionalität sich durchsetzen. Es gibt aber leider sehr viele Fälle in der Geschichte, wo Politiker, ja ganze Klassen einfach unverzeihlichen Fehleinschätzungen unterlegen sind.

Alle Fragen haben ihre Berechtigung und ich bin der Letzte der die Dummheit Einzelner oder der Masse negiert.
Aber wer in der Politik und vor allem der Geopolitik – und dazu gehört Europa – die im Dunkel agierenden Strippenzieher negiert, kann unmöglich das große Bild übersehen, welches aber notwendig ist, wenn man richtige Konsequenzen für sein Handeln ziehen will.
Putin und sein Kreis haben das mit Sicherheit gemacht und tun es immer noch – weil gerade ihr Land systematisch von den „Strippenziehern“ zerstört wurde.
Rußland war über ein Jahrhundert ein andauernder Feldversuch dieser Leute, der tiefe Spuren hinterlassen hat.

Ein ähnlicher Umbau wurde nun in den USA organisiert, der seine ersten Pickel und Eiterbeulen in der „politischen Korrektheit“ plazierte.
Damit meine ich jetzt nicht die Weltpolizei des @Monterone, die er sehr oft und zurecht kritisiert, sondern die Innenansicht Amerikas.
Allgemeines Geschwurbel verdrängte Klartext, ganz ähnlich wie in Merkelistan.
Sehr gut beobachtbar bei den Debatten zwischen Clinton und Trump!
Der StamoKap erhob sein Haupt immer höher und die stinkreichen Kosmopoliten pressen die Untertanen auf, koste es was es wolle, denn ihre Kosten sind es nicht.

Schauen wir erst einmal, was die andere Seite zu bieten hat und bilden uns dann ein Urteil.
Ich warte lieber wieder 30 Minuten an einer Grenze, als das sich meine Rentenansprüche komplett in Luft auflösen.
Aber vermutlich werde ich in Zukunft mich mit beiden Problemen herumschlagen müssen, weil diesmal der Bogen restlos überspannt wurde.

Man kann nun einmal nicht alles haben – eine Erkenntnis die langsam wieder zur Normalität werden und nicht zur erstrebenswerten Perspektive oder Dauer-Erektion mutieren sollte.

mfG
nereus


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