- Beitrag für die Mitleser der Medien über die Rolle von Jörg Asmussen bei den Verbriefungen als Krisenauslöser (mTuL) - DT, 24.09.2008, 04:11
- Die Verbriefungs-Luftnummern gehen weiter ... Flugzeugpfandbriefe - Perkeo69, 24.09.2008, 04:56
- Prinzipiell ja keine blöde Idee ... - weissgarnix, 24.09.2008, 05:31
- Schön und gut. Aber wieveil ABS gibts bereits auf das Flugzeug? Weiß das wer? - sensortimecom, 24.09.2008, 05:38
- Die eigentliche Refinanzierung gibt's immer nur 1x ... - weissgarnix, 24.09.2008, 05:48
- Soviel habe ich hier in der Zwischenzeit schon gelernt. - sensortimecom, 24.09.2008, 06:36
- Die eigentliche Refinanzierung gibt's immer nur 1x ... - weissgarnix, 24.09.2008, 05:48
- Du hast das Satire-Smiley vergessen! - MausS, 24.09.2008, 05:57
- Richtig - es gibt auch Schiffspfandbriefe (seriöse) (oT) - dottore, 24.09.2008, 06:03
- Im Prinzip ja, aber... - Lex Mercatoria, 24.09.2008, 06:13
- Das Problem bei den Verbriefungen ist ein systemisches und intrinsisches! (mT) - DT, 24.09.2008, 07:28
- Schön und gut. Aber wieveil ABS gibts bereits auf das Flugzeug? Weiß das wer? - sensortimecom, 24.09.2008, 05:38
- Prinzipiell ja keine blöde Idee ... - weissgarnix, 24.09.2008, 05:31
- Die Verbriefungs-Luftnummern gehen weiter ... Flugzeugpfandbriefe - Perkeo69, 24.09.2008, 04:56
Beitrag für die Mitleser der Medien über die Rolle von Jörg Asmussen bei den Verbriefungen als Krisenauslöser (mTuL)
Jörg Asmussen, Staatssekretär und somit höchster Beamter des Bundesfinanzministeriums unter Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Ziehsohn von Hans Eichel und Axel Weber, ist Mitglied des Gesellschafterbeirats des TSI (True Sale International), eine Lobbyorganisation der Verbriefungsindustrie.
![[image]](http://pix.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/700/174180/180x180_Iacuvm1KbL.jpeg)
http://www.zeit.de/2004/25/Asmussen
Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, daß der Verbriefungsindustrie die Türen im gesetzlichen Rahmen in D geöffnet wurden.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3121
Alle Krokodilstränen, die jetzt von Peer Steinbrück und Axel Weber vergossen werden, sind falsch, da diese Herren mit ihrem Filius als trojanische Pferde der Finanzindustrie genau diesen Ausverkauf geplant hatten.
Asmussen saß auch im Aufsichtsrat der IKB, sitzt im Aufsichtsrat bei der Dt. Postbank, bei der Dt. Telekom, im Verwaltungsrat des BaFin (das eigentlich Kontrolleur sein sollte). Da bewacht der Fuchs den Hühnerstall. Asmussen hat auch Mitarbeiter der Dt. Bank in sein Ministerium geholt, die an Gesetzentwürfen mitarbeiten und die weiter von der Dt. Bank bezahlt werden (Zitat "Geldeinsparung fürs Finanzministerium").
Ganz viel über ihn und seine schmierige Rolle als Krake der Finanzindustrie, der seine Finger überall drin hat, ist hier gesammelt:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3127
Hier ist ein Dokument von Boston Consulting Group, das speziell für die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Verbriefungsindustrie entworfen wurde (bei TSI zu finden):
http://www.tsi-gmbh.de/fileadmin/tsi_downloads/BCG-BMF_Kreditverbriefungsmarkt.pdf
Ganz interessant auch die ganzen Downloads bei TSI:
http://www.tsi-gmbh.de/abs-research-und-literatur/materialien.html
Selbstverständlich ist Freund Asmussen wieder beim TSI dabei, wenn es am 1. und 2. Oktober im SAS Radisson in Berlin wieder heißt:
TSI-Kongress 2008 –
Perspektiven für den deutschen ABS- und Kreditmarkt
Begünstigt durch steigende Immobilienpreise und eine stabile Konjunktur expandierten in den letzten Jahren die Kredit- und ABS-Märkte weltweit. Doch die seit Mitte 2007 offen zutage tretenden Probleme auf den amerikanischen Immobilienmärkten haben auf den Kreditmärkten zu einer Neubewertung der Kreditrisiken geführt. Die Refinanzierung von Krediten ist dadurch für Banken weltweit schwieriger geworden.
Im deutschen Kreditmarkt gibt es keine fundamentalen Probleme. Die Ausfälle bewegen sich im üblichen Rahmen; die Kundenbonitäten sowie die Kreditsicherheiten haben keinen Schaden genommen. Dies spiegelt sich auch in den Portfolien deutscher ABS-Transaktionen wider, die sich zudem durch eine hohe Transparenz und Standardisierung auszeichnen. Doch es stellt sich die Frage, wie die weitere Entwicklung verläuft.
Die Referenteliste wird natürlich vom Cheflobbyisten Jörg Asmussen angeführt:
http://www.tsi-kongress.de/fileadmin/downloads/TSI-Kongress2008_Referenten.pdf
6. April 2008 um 11:01 Uhr
Noch ein Beleg für die Verantwortung des Steinbrück-Ministeriums für die hohen Verluste an den internationalen Finanzmärkten
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück
Wir haben in einem Beitrag vom 17. März schon auf die Mitwirkung und Förderung der faulen Kreditwirtschaft durch den Bundesminister der Finanzen hingewiesen. Jetzt wird uns ein Aufsatz des verantwortlichen Ministerialdirektors Asmussen von 2006 bekannt. Dieser Aufsatz zeigt sowohl die Blauäugigkeit als auch die - zumindest geistige - Verfilzung der führenden Personen mit den Interessen auf dem Markt für so genannte innovative Finanzprodukte. Das Desaster und die hohen Verluste, für die wir jetzt als Steuerzahler geradestehen müssen, wurden von den Verantwortlichen in Berlin mitverursacht. Lesen Sie im Anhang Auszüge oder den gesamten Text des Aufsatzes mit dem Titel „Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums” [PDF - 28 KB]. Albrecht Müller
„Das muss man gelesen haben“ - schreibt unser Informant. In der Tat:
* Der Text zeigt die volle Verfilzung und Verantwortung des Bundesministeriums der Finanzen für das Engagement deutscher Banken in faulen Krediten.
* Der Text zeigt die fast schon kindliche Bewunderung eines ausgewachsenen Ministerialdirektors für die spekulativen Machenschaften auf den internationalen Finanzmärkten.
* Der Mann arbeitet nicht mit sachlichen Begründungen für seine Euphorie für die so genannten Asset Backed Securities (ABS) oder für Public Private Partnership (PPP). Er gründet auf von internationalen Erfahrungen - man könnte auch sagen: Machenschaften - abgeleiteten Urteilen. Das scheint im konkreten Fall notwendig zu sein. Wie wir auch aus anderen Quellen wissen, handelt es sich um einen ausgesprochen unqualifizierten Ökonomen, dessen Talente vor allem die Organisation und der Aufbau von Netzen unter seinesgleichen sind. Das würde uns selbstverständlich nichts angehen, wenn wir nicht für diese mangelnde Qualifikation mit Milliarden zahlen müssten.
* Er versteht aber offenbar auch etwas von Öffentlichkeitsarbeit. So tut er in diesem Aufsatz so, als sei die Öffnung Deutschlands für Verbriefungen ein Dienst für den deutschen Mittelstand.
* Er weiß auch Formeln zu benutzen, die zwar hohl sind wie Bohnenstroh, aber offensichtlich die Aktiven im Milieu beeindrucken. Über neue Kapitalmarktprodukte soll „eine ‚tiefere Fertigung von Finanzdienstleistungen’ am Standort Deutschland erfolgen.“ Das ist zwar ziemlicher Nonsens. Aber so etwas beeindruckt offenbar. Vor allem dann, wenn nach der „tieferen Fertigung“ der Steuerzahler die Verluste bezahlt und der Autor im konkreten Fall auch noch dafür sorgt. Siehe Beitrag vom 17.3.2008.
* Interessant ist auch die unkritische Gläubigkeit gegenüber Beratungsunternehmen wie der Boston Consulting Group. Solche Berater haben offenbar mit den Verantwortlichen in Berlin ein leichtes Spiel. Das sieht man hier wie auch beim vom Bundesrechnungshof gerade gerügten Vorgang, dass in den Ministerien selbst Lobbyisten installiert worden sind.
Anhang/Auszüge aus dem Aufsatz in der „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“
Einleitung der Redaktion:
Die (mittelständische) Wirtschaft wie auch die Banken auf dem Weg zu einer stärkeren Kapitalmarktorientierung „soweit erforderlich und machbar“ durch moderne Rahmenbedingungen zu begleiten, sieht der Autor ausdrücklich als Aufgabe des Bundesministeriums der Finanzen. Mit Blick auf den Verbriefungsmarkt skizziert er die aktive Begleitung der True-Sale-Initiative bei den Anpassungen im Gewerbe- und Umsatzsteuerrecht sowie bei der Einführung von Refinanzierungsregistern, signalisiert Offenheit für eine konstruktive Prüfung weiterer Handlungsfelder wie Erleichterung von Investitionen in ABS durch Versicherungen und Sozialversicherungsträger und verweist auf Bestrebungen zur Modernisierung des Public-Private-Partnership-Rechts. (Red.)
Zitate aus dem Aufsatz:
… dabei sollte nicht nur Kapital für Investitionen in deutsche Unternehmen und Infrastruktur günstig mobilisiert werden können, sondern auch eine ‚tiefere Fertigung von Finanzdienstleistungen’ am Standort Deutschland erfolgen. Moderne Kapitalmarktgesetze helfen zudem den Banken, die ihr Geschäftsmodell allmählich auf ein aktives Management ihrer Portfolien umstellen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat das Bundesfinanzministerium (BMF) in der Vergangenheit viele Initiativen ergriffen und an vielen Stellen den Kapitalmarkt modernisiert. Dabei war uns stets wichtig, dass sich auch der Markt für Asset Backed Securities (ABS) in Deutschland stärker als bislang entwickelt. Für andere EU-Mitgliedstaaten und für die europäischen Kapitalmärkte ist der ABS-Markt mit seiner Dynamik und Vielseitigkeit geradezu zu einem prägenden Element geworden. Allmählich scheinen aber auch in Deutschland die gemeinsamen Bemühungen der Politik und der Kreditwirtschaft die erwarteten Früchte zu tragen.
Dabei liegt es auch im wohlverstandenen eigenen Interesse des deutschen Fiskus, die günstigen Konditionen des internationalen ABS-Marktes zu nutzen. Die Bundesregierung strebt mit der Modernisierung des Public-Private-Partnership-Rechts an, zukünftig den Kapitalmarkt stärker als bisher zur Finanzierung der dringend notwendigen öffentlichen Infrastrukturinvestitionen zu nutzen. Unser Benchmark liegt bei einem PPP-Anteil von etwa 15 Prozent an den öffentlichen Investitionen.
Interessant ist, dass in diesen Ländern zwischenzeitlich – insbesondere für größere PPP-Projekte mit langen Laufzeiten – vorwiegend der ABS-Markt zu deren Finanzierung genutzt wird. Dies muss auch in Deutschland möglich sein. Von daher ist es nur folgerichtig, wenn im Koalitionsvertrag die nächsten Reformschritte für den deutschen Verbriefungsmarkt eingeläutet werden, zumal nach vielfältigen Expertenrunden zwischenzeitlich Klarheit besteht, dass mit keinen steuerlichen Mindereinnahmen zu rechnen ist, wenn im breiten Umfange die Möglichkeiten des internationalen ABS-Marktes in Deutschland zur Finanzierung der Wirtschaft genutzt werden. Das BMF verändert – soweit erforderlich und machbar – die Rahmenbedingungen für den deutschen Verbriefungsmarkt Stück für Stück. Wir beobachten die Märkte intensiv, stehen im engen Dialog mit den Marktakteuren, registrieren Veränderungen und justieren, wenn notwendig, um die Weichen für die bestmögliche Marktentwicklung frühzeitig zu stellen. Es geht dabei um schwierige Fragen und wir benötigen für die einzelnen Schritte einen breiten Konsens und Verständnis bei den politischen Akteuren. Entscheidend sind aber der Wille zur Veränderung und die notwendige Hartnäckigkeit, wenn es um deren Umsetzung geht.
Ein Manager mit Beamtenstatus
DIE ZEIT, Ausgabe 25, 2004
Von Wilfried Herz | © DIE ZEIT 09.06.2004 Nr.25
Jörg Asmussen zieht im Finanzministerium unauffällig, aber wirksam die Fäden
Für Studenten ist es immer nützlich, die richtigen Professoren zu kennen. Das ist altbekannt. Überraschend ist der umgekehrte Fall – dass der Schüler seinen Hochschullehrer in höchste Ämter hievt.
Axel Weber, bis vor kurzem ordentlicher Professor für Internationale Ökonomie, verdankt seine beiden wichtigsten Karrieresprünge seinem früheren Studenten Jörg Asmussen. Der ist inzwischen nach rasantem Aufstieg im Bundesfinanzministerium mit 37 Jahren der jüngste Ministerialdirektor der Berliner Regierung. Asmussen überzeugte seinen Dienstherrn Hans Eichel von der Idee, Weber zum neuen Präsidenten der Deutschen Bundesbank als Nachfolger des zurückgetretenen Ernst Welteke zu machen. Hans Eichel wiederum setzte den Kandidaten-Vorschlag bei Bundeskanzler Gerhard Schröder durch, der zunächst lieber den Keynesianer Peter Bofinger an der Spitze der Notenbank gesehen hätte. Zwei Jahre zuvor war es ebenfalls Asmussens Einfall gewesen, Weber in den Kreis der fünf Wirtschaftsweisen, den Edel-Think-Tank zur Wirtschaftspolitik, zu berufen.
Die Kür des Bundesbankchefs zeugt vom Einfluss, vor allem aber vom politischen Gespür des Ideengebers. Keine andere wichtige Personalentscheidung der rot-grünen Bundesregierung ist auf derart einhellige Zustimmung gestoßen. Asmussen, seit 15 Monaten als Abteilungsleiter für die nationale und internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik zuständig, ist der Prototyp des modernen Staatsdieners: gut ausgebildet und kompetent, unprätentiös und eher lässig im Umgang, präzise in der Arbeit, mit eigenem Kopf, aber stets loyal. Ein durchsetzungsfähiger Verhandler und Stratege, der weiß, wann er welche Kompromisse eingehen muss. „Er ist ein echter Manager im Ministerium“, sagt Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), „davon brauchten wir mehr.“
Begonnen hat der gebürtige Flensburger seine Beamtenlaufbahn im Finanzministerium zur Amtszeit von Theo Waigel. Sein damaliger Chef Klaus Regling, heute Generaldirektor für Wirtschaft und Währung in der Europäischen Kommission, ist voll des Lobs: „Asmussen ist ein sehr guter Ökonom, und er ist arbeitswütig – beides Qualitäten, die im Finanzministerium gebraucht werden.“ Regling stellte ihn nicht zuletzt deshalb ein, weil Asmussen sein Volkswirtschaftsstudium in Bonn schnell absolviert und zusätzlich ein Diplom an der Mailänder Bocconi-Unversität, einer der Topadressen in Europa, erworben hatte. Der EU-Spitzenbeamte saß damals auf Asmussens heutigem Posten, der auch für andere Staatsdiener zum Sprungbrett zur Topkarriere wurde: für den künftigen Bundespräsidenten Horst Köhler; für Gert Haller, der inzwischen als Chef eines Bauspar- und Versicherungskonzerns fungiert, und für Jürgen Stark, heute Vizepräsident der Bundesbank. Sie alle zählen zu seinen Amtsvorgängern.
Anfangs arbeitete Asmussen im Referat für internationale Finanz- und Währungspolitik, das er heute leitet. Doch nach dem Regierungswechsel 1998 wurde er erst mal persönlicher Referent des Staatssekretärs Heiner Flassbeck, eines ausgeprägten Keynesianers. Nach dem Rücktritt Oskar Lafontaines holte ihn Hans Eichel als Leiter des Ministerbüros. Im März 2003 übernahm er dann den Chefposten in seiner heutigen Abteilung. Eine seiner heikelsten Missionen führte ihn jüngst nach Frankfurt, als dort der auf seine Unabhängigkeit pochende Bundesbankvorstand über die Zukunft von Ernst Welteke beriet, der schließlich über die Adlon-Affäre stolperte.
In seiner Freizeit kocht Asmussen gern. Er joggt und fährt mit dem Fahrrad ins Büro wie auch zu Terminen in den anderen Berliner Ministerien. Aber über seine Person möchte er in den Zeitungen am liebsten gar nichts lesen. Das entspricht seinem Rollenverständnis: Als Beamter hat man für den Minister und das Ministerium (und für TSI, Deutsche Bank etc.)„möglichst geräuschlos die Hindernisse wegzuräumen“. Da kann zu viel Publicity nur schaden. Insofern waren seine früheren Chefs Jürgen Stark und Klaus Regling, aber auch Haushaltsstaatssekretär Manfred Overhaus prägend. Von seinem direkten Vorgänger Axel Nawrath, inzwischen Direktor bei der Deutschen Börse, hat er etwas anderes gelernt: „Man muss die Macht wollen.“
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