- Prof. Joachim Bauer: Gewaltkultur seit Zivilisationsbeginn aus medizinischer Sicht - Zarathustra, 24.01.2012, 22:51
- Danke, siehe zu dem Thema auch: »Wege aus einer kranken Gesellschaft« - Erich Fromm - Prophet, 25.01.2012, 00:36
- Aussgerechnet - Nico, 25.01.2012, 13:50
- Was genau wolltest du sagen...? - Prophet, 25.01.2012, 15:00
- Verständlichkeit, Präzision und Glaubwürdigkei - Nico, 26.01.2012, 23:13
- Was genau wolltest du sagen...? - Prophet, 25.01.2012, 15:00
- Aussgerechnet - Nico, 25.01.2012, 13:50
- Und noch links zum oben eingangs gezeigten Autor und Buch (u.a. Krebs und Seele) - azur, 25.01.2012, 01:30
- Ich hatte es längst aufgegeben - Hausmeister, 25.01.2012, 04:58
- Hochinteressante Überlegungen zur psy. Genese von Alzheimer - Wonderland, 26.01.2012, 01:26
- "...mit Beginn des zivilisatorischen Zeitalters ... eine massive Zunahme menschlicher Aggression" - Elli, 25.01.2012, 13:24
- Die Beobachtungen stimmen, die Schlüsse aber nicht! - Nico, 25.01.2012, 13:38
- Genetik, Epigenetik und Erziehung - Zarathustra, 25.01.2012, 14:53
- Spiegelneuronen und Crowding - Leserzuschrift, 25.01.2012, 20:38
- @Leser und @Nico - Epigenetik - Zarathustra, 25.01.2012, 22:18
- Zustimmung: Crowding ohne Herrschaft - Mercury, 27.01.2012, 23:14
- the crowd went crazy - Zarathustra, 29.01.2012, 11:53
- Die Horde - zu zivilisiert? - Mercury, 29.01.2012, 23:10
- Where the word became a man - Zarathustra, 30.01.2012, 09:18
- Hey Zara, ja genial !! - Lisa, 30.01.2012, 09:56
- Bonobo vs. Schimpanse - Mercury, 30.01.2012, 14:07
- Where the word became a man - Zarathustra, 30.01.2012, 09:18
- Die Horde - zu zivilisiert? - Mercury, 29.01.2012, 23:10
- the crowd went crazy - Zarathustra, 29.01.2012, 11:53
- Zustimmung: Crowding ohne Herrschaft - Mercury, 27.01.2012, 23:14
- @Leser und @Nico - Epigenetik - Zarathustra, 25.01.2012, 22:18
- Spiegelneuronen und Crowding - Leserzuschrift, 25.01.2012, 20:38
- Genetik, Epigenetik und Erziehung - Zarathustra, 25.01.2012, 14:53
- Anmerkungen und Diskussion mit @Dimi - Centao, 25.01.2012, 13:41
- OT:@Zara - stokk, 25.01.2012, 21:02
- @stokk - Zarathustra, 25.01.2012, 21:26
- na, geht doch - Hinterbänkler, 26.01.2012, 22:20
- @stokk - Zarathustra, 25.01.2012, 21:26
- Prof. Dr. Jürg Helbling, Ethnologe: Kein Krieg in präneolithischen Epochen - Zarathustra, 29.01.2012, 22:17
- @Zara, Prophet und Nico - RogRog, 31.01.2012, 02:56
- Marija Gimbutas - Vor der Immigration des Patriarchats: als Old Europe noch friedlich war - Zarathustra, 02.02.2012, 22:24
- Danke, siehe zu dem Thema auch: »Wege aus einer kranken Gesellschaft« - Erich Fromm - Prophet, 25.01.2012, 00:36
Prof. Joachim Bauer: Gewaltkultur seit Zivilisationsbeginn aus medizinischer Sicht
RogRog hat zur Traumatisierung, Terrorisierung und Ausgrenzung junger Zivilisten-Kinder ja schon einiges geschrieben (Wilhelm Reich).
Ergänzend zu den 'paar Felsbildern', die partout keine einzige Gewaltdarstellung aus vorzivilisatorischen Epochen zeigen, ergänzend zu Dottore und Sofsky (Kultur stiftet Gewalt - Gewalt stiftet Kultur), sowie den Erkenntnissen aus interdisziplinärer Kulturforschung von Gerhard Bott, die ich schon öfters thematisierte, hier noch ein Beitrag dazu aus medizinischer Sicht von Prof Joachim Bauer auf SWR2. Verwirft die Thesen Sigmund Freuds und Konrad Lorenz' und bestätigt Darwin in puncto Evolutionspsychologie.
http://swrmediathek.de/suche.htm?econt=joachim%20bauer
Der Vortrag dauert rund 28 Minuten
Zitate daraus:
Ich habe eingangs angekündigt, zunächst – in einem ersten Schritt – darzulegen,
was uns die moderne Neurobiologie über die Grundregeln der
Aggressionsentstehung sagen kann. Es gäbe noch einiges mehr zu sagen, Sie
finden in meinem Buch „Schmerzgrenze“ zahlreiche weitere wichtige Aspekte
dargelegt. Hier und jetzt möchte ich es aber bei dem belassen, was ich bisher zur
Neurobiologie der Aggression ausgeführt habe. In einem zweiten Schritt, so habe ich
eingangs angekündigt, wollte ich nun einige Überlegungen zu der Frage anstellen,
warum wir mit Beginn des zivilisatorischen Zeitalters, also seit etwa 10.000 Jahren,
eine massive Zunahme menschlicher Aggression zu beobachten haben. Lassen Sie
mich dazu jetzt abschließend noch einige kurze Bemerkungen machen.
Die Bedingungen, unter denen der Mensch in unseren zivilisierten Gesellschaften
heute lebt, unterscheiden sich fundamental von jenen natürlichen Verhältnissen,
unter denen sich unsere Spezies evolutionär entwickelt hat.
(...)
Alles, was uns die Archäologen sagen, spricht dafür, dass der Mensch, bevor er vor
etwa 10.000 Jahren sesshaft wurde und in die zivilisatorische Epoche eintrat, ein
Wesen war, welches überwiegend friedlich in Gruppen zusammenlebte. In die
gleiche Richtung gehen Beobachtungen, die sich bei der Mehrheit der noch
existierenden vorzivilisatorischen Jäger- und Sammlerkulturen machen ließen. Die
meisten der heute noch lebenden Jäger und Sammler leben friedlich, wobei es hier
allerdings einige Ausnahmen gibt.
(..)
Die neolithische Revolution bedeutete den Eintritt des Menschen in die
zivilisatorische Welt. Sie bedeutete nicht nur die Erfindung des Eigentums und der
Erwerbsarbeit, sondern den grundlegenden Einzug des ökonomischen Prinzips in
das menschliche Zusammenleben. Der Mensch wurde, nachdem er zu einer
Arbeitskraft und damit Teil eines ökonomischen Kalküls geworden war, nun selbst
zur Ware, was logischerweise zur Folge hatte, dass Menschen begannen, Macht
über andere Menschen auszuüben.
(..)
Die neolithische Revolution hatte einen fundamentalen Wandel der Art und Weise zur
Folge, wie Menschen zusammenlebten. Das Eigentumsprinzip ersetzte das bisherige
Prinzip des Gemeinschaftseigentums. Harte Erwerbsarbeit ersetzte das bisherige, in
Gruppen ausgeübte gemeinschaftliche Sammeln und Jagen. Anstatt, wie bisher, ein
natürliches Daseinsrecht zu genießen, wurde der Mensch nunmehr vor allem nach
seiner ökonomischen Leistung bemessen. Die Tatsache, dass das bisherige Leben,
welches sich vor allem in der Gemeinschaft einer vertrauten Gruppe abgespielt hatte,
so nicht fortgesetzt werden konnte, brachte eine erhebliche soziale Desintegration
mit sich. Alle diese Veränderungen haben eines gemeinsam: Sie brachten Neid,
Eifersucht, Unterdrückung und Auflehnung mit sich. Dies ist der Grund, warum diese
Veränderungen zugleich ein ungeheures, bisher nicht bekanntes
Aggressionspotential erzeugten.
---
"Staat nenne ich's, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme:
Staat, wo der langsame Selbstmord aller – »das Leben« heißt."
gesamter Thread: