- KKW 9.7. - brf, 09.07.2011, 09:51
- Interview mit Hisayo Takada - brf, 09.07.2011, 10:50
- Cattenom nach deutschen Recht genehmigungsfähig? - brf, 09.07.2011, 13:33
- It was, is, and will be worse than you thought.. [Link korrigiert] - brf, 09.07.2011, 17:38
- Es war, es ist und es wird schlimmer sein als gedacht (Rohübersetzung) - brf, 09.07.2011, 18:54
- Vielen Dank für deine Mühe - Mephistopheles, 09.07.2011, 19:31
- Auch von mir ein großes Dankeschön und der funktionierende Link - zip, 09.07.2011, 19:36
- Sehr gute Zusammenfassung, danke! - neptun, 11.07.2011, 06:16
- Riesendank! (oT) - Chef, 09.07.2011, 19:54
- Auch ich möchte mich bedanken, für den Newsticker und jede Übersetzung wie diese! (oT) - Simsalabim, 11.07.2011, 21:46
- Vielen Dank für deine Mühe - Mephistopheles, 09.07.2011, 19:31
- Es war, es ist und es wird schlimmer sein als gedacht (Rohübersetzung) - brf, 09.07.2011, 18:54
Es war, es ist und es wird schlimmer sein als gedacht (Rohübersetzung)
Der Artikel ist interessant genug, dass ich für Leute die sich mit englisch schwer tun eine teilweise Rohübersetzung angefertigt habe. Macht Arbeit, dauert und ich bitte um Nachsicht, wenn sie nicht perfekt ist, leichte Fehler enthält (hoffentlich nicht viele) und unvollständig ist.
http://scienceblogs.com/gregladen/
Japan Nuclear Disaster Update 30: Es war, es ist und es wird schlimmer sein als gedacht
Posted on: July 9, 2011 10:56 AM, by Analiese Miller and Greg Laden
Die vielleicht interessanteste Einzelheit aus den heutigen Nachrichten ist die Enthüllung, dass mindestens einer der Reaktoren von Fukushima schon durch das Erdbeben, das die Region getroffen hat, erhebnlichen Schaden genommen hat … vor dem Tsunami … so dass er wahrscheinlich nicht mehr steuerbar war oder eine Kernschmelze stattfand. Es ist schwer zu beurteilen, da der Tsunami so viel zusätzlichen Schaden angerichtet hat, um vorherige Beschädigungen zu überdecken. Außerdem sind die Aufräumarbeiten keine sauberen gerichtsmedizinischen Methoden, um nachträglich zu rekonstruieren, was sich dort abgespielt hat. Schließlich können wir annehmen, das die unglaubwürdige Firma Tepco vertuschen wird was sie vertuschen kann und es liegt in ihrem Interesse, jeden Beweis, dass das Erdbeben selbst schon zu einem beträchtlichen Schaden geführt hat, zu ignorieren. Das Problem ist, dass es Leute gibt, die den Schaden während des Erdbebens gesehen haben und von denen einige berichten.
Das ist wichtig, denn NPAs (Nuclear Power Apologists – Kernkraftbefürworter) einschließlich Tepco (damit wir nicht falsch verstanden werden: wir lieben das Versprechen der Kernenergie!) wollen, dass jeder glaubt, dass DAS Problem in Fukushima der vollständig unerwartete Tsunami war und nicht das wahrscheinlichere Erdbeben, für das alle Vorsorge getroffen worden war. Es wird sich herausstellen, dass nicht nur der Tsunami nicht vollkommen unerwartet war (das wurde nur vorher vertuscht) sondern dass das Erdbenen genug Schaden angerichtet hat, dass alle Erwartungen, die die japanische Kontrollbehörde bezüglich Erdbeben hat, ernsthaft in Frage gestellt werden müssen.
Es gibt etwa 120000 t kontaminiertes Wasser in Fukushima. Das entspricht etwa dem Volumen von 200 bescheidenen Wohnhäusern oder 50 olympiageeigneten Schwimmbädern. Das AKW ist im wesentlichen voll Wasser. Mehr Wasser zuführen ist nur möglich, wenn Wasser verdampft, wobei radioaktiver Wasserdampf in die Atmosphäre gelangt – etwas, was seit Wochen geschieht. Der aktuelle Plan ist es, das Wasser zu dekontaminieren und dieses zum Kühlen des AKW zu verwenden.
Was statt dessen geschieht, ist das Versagen des Dekontaminierungssystems oder dessen zu geringe Leistung im Vergleich zu den Erwartungen. Pumpen, die eigentlich Wasser durch das Containment pumpen sollen, sind nicht ausreichend. Es gibt keinen Beweis, dass das Wasser nicht mehr ins Meer fließt oder Dampf in die Luft entweicht. Aktuell ist es also so, dass die Bemühungen, die Anlage zu kühlen und das Wasser nicht in die Umwelt gelangen zu lassen, teilweise Erfolg haben, jedoch nicht vollständig unter Kontrolle sind. Folge ist eine fortgesetzte und in einigen Fällen gesteigerte Kontamination.
Und die Berichte der Kontamination werden schlimmer statt besser, auch wenn das schwer zu beurteilen ist. In einem Modell erreicht das kontaminierte Wasser in wenigen Jahren die USA, wenn auch in geringer Konzentration. Eine Handvoll Rinder mit viel höherer Radioaktivität als die Grenzwerte zulassen wurde am anderen Tag auf den Markt gebracht. Sie wurden zwar entdeckt und kamen nicht in den Handel. Tee aus Fukushima, der dort angebaut wird, ist zu verstrahlt, um getrunken zu werden. Eine Gruppe Schulkinder, die den Tee pflücken, verarbeiten und dann trinken dürfen, haben fast Tee konsumiert, der als nicht mehr sicher angesehen werden muss. Steigende und alarmierend hohe Radioaktivitätswerte wurden am Meeresgrund in der Nähe des AKW gefunden. Menschen in einer Stadt haben mehr als dreimal so viel Radioaktivität im Urin, wie die maximal zulässige Jahresdosis. Mehr als die Hälfte der Kinder von Fukushima haben Radioaktivität in der Schilddrüse, auchh wenn die Dosis gering ist. Und so weiter.
In Fukushima gab es eine Menge radioaktives Material und viel davon ist in die Umwelt gelangt. Die Freisetzungsrate ist nur leicht gesunken und weitere Katastrophen, wie der Einsturz der Gebäude sind immer noch möglich.
Damit kommen wir zu den Instabilitäten. Es gibt immer noch eine deutliche ussicht auf weitere Wasserstoffexplosionen. Maßnahmen zur Reduktion dieses Risikos wurden in zwei der Reaktoren ergriffen. Der dritte Reaktor mit einer hohen (wenn auch unbezifferten) Wahrscheinlichkeit einer Explosion ist jedoch wesentlich schwerer gegen dieses Risiko abzusichern.Das Abklingbecken im Reaktor 3 hat nicht nur durch das Erdbeben an Stabilität eingebüßt, der Druckbehälter uznd die Brennstäbe leiden auch erheblich unter Korrosion.
Dieser spezielle Bericht ist interessant, weil er die Unsicherheit illustriert, wenn eine Unglück eintritt. Das AKW ist so ausgelegt, das Gase, die aus dem Reaktor oder dem Kühlsystem entweichen, im AKW bleiben, ohne die Umgebung zu verseuchen. Eines der Gase, die bei einer Kernschmelze oder auch einem geringeren Problem entstehen können, ist hochexplosiver Wasserstoff.
Wenn das umgebende Gebäude stark genug gebaut wäre, um einer Wasserstoffexplosion standzuhalten, würde das sie Explosionsenergie konzentrieren und der Technik im Gebäude mehr als beträchtlichen Schaden zufügen. Deshalb ist die Gebäudestruktur eine Sollbruchstelle. In Fukushima wurde sie zerstört. Im Fall des Reaktors 3 gibt es jedoch ein Abklingbecken, in das viel von der zerstörten Gebäudehülle gefallen ist. Der Beton der äußeren Gebäudes hat sich im heißen Wasser aufgelöst – es ist heiß, weil unerwartete Kernspaltungen stattfanden, eine Art Minikernschmelze – dadurch wurde die Flüssigkeit im Abklingbecken extrem basisch (hoher pH-Wert. A.d.Ü.). Dieses basische Wasser frisst sich durch alles mögliche wie Brennstäbe und Druckbehälter. Von der Aufbewahrung der Brennstäbe in Draino (?) ist im allgemeinen abzuraten und so weit wir wissen, war dieses Ereignis absolut nicht verhergesehen, wie so viele andere der letzten Wochen in Fukushima.
Die politischen Folgen bleiben toxisch, wenn auch nicht radioaktiv. Ein Bürgermeister war mutig genug, das Wiederanfahren von zwei Reaktoren zu genehmigen, musste diese Genehmigung jedoch bald wieder widerrufen. Köpfe rollen da und dort. Es gibt noch einen email-Skandal. Hier hat sich herausgestellt, dass Journalisten systematisch mit Fehlinformation versorgt wurden, über die koordinierten Entscheidungen durch Regierung und Unternehmen. In diesem Blog wurde darüber berichtet.
Es folgt eine ausführliche Zusammenfassung der Lage in Fukushima
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