Gaby
08.02.2010, 08:48 |
Frankophone vor: Quatremer-Blog weiß angeblich, wer gegen GR zockt (Investmentbank und zwei Hedgefonds) |
Moin,
mag da mal einer reingucken, dessen Französisch besser als mein 25 Jahre altes Schulfranzösisch ist?
Gruß
Gaby |
HuangJin

08.02.2010, 09:13
@ Gaby
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Ganz quick&dirty... |
Eine amerikanische Investmentbank (eine, die von TARP etc profitiert hat) sowie zwei Hedgefonds seien long CDS auf griechische Schulden und versuchten jetzt, die Eurozone schlechtzureden, damit ihre Longpositionen im Kurs steigen ...
Danke übrigens Gaby für all Deine Infos !
Schöne Woche & Gruss,
HuangJin --- 故福之為禍,禍之為福,化不可極,深不可測也。 Thence, good fortune turns into bad fortune, and bad fortune turns into good fortune. These changes never reach an end, their complexity can never be fathomed. |
Theo Stuss
08.02.2010, 10:10
@ Gaby
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Hast Du schon richtig verstanden |
Hallo Gaby,
die Chose läuft nach der Sorosnummer, wie damals gegen das Pfund.
Das Problem ist diesmal, daß diese Aktion einer amerikanischen Großbank durch den staatlichen Rettungsschirm finanziert wird.
Also, für mich ist das ein Handleskrieg und die Europäer sollen TARP zurückzahlen und nicht die Kreditnehmer. |
Emerald
08.02.2010, 10:46
@ Gaby
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Die US- Totengräber : frisch und fröhlich v.d. Leber |
Dieses Machwerk des weltumspannenden Räubertums erfolgt im eingespielten Teamwork zwischen Capitol und den zwei bis drei Grossbanken. Diese wissen ihre Gewährsleute und Strippenzieher in den Logen und an den Schalthebeln.
Emerald.
PS:
Der Untergang wird förmlich zelebriert:
auch wenn dabei die ganze Welt krepiert! |
vernunft

08.02.2010, 12:19
@ Emerald
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Logen = Schalthebel |
... und den zwei bis drei Grossbanken. Diese wissen
> ihre Gewährsleute und Strippenzieher in den Logen und an den
> Schalthebeln.
Klartext tut gut! Logen = Schalthebel. --- initiative vernunft
Impuls- und Informationsplattform für Mensch und Mitwelt in gemeinsamer Zukunft |
paranoia
Die durchschnittlichste Stadt im Norden, 08.02.2010, 14:24 (editiert von paranoia, 08.02.2010, 14:25)
@ Gaby
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Langsam und sauber |
Hallo Gaby,
Zwei Amihedge-Fonds und eine Investmentbank seien sauer, weil die zugeteilten 2% des Emissionsvolumen einer Griechenlandanleihe nicht ausreichten, um deren CDS-(Short)-Position glattzustellen, mit der sie auf eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit Griechenlands spekulieren.
Gemeint ist, daß sie nun ein Problem haben, marktschonend aus der Position wieder herauszukommen, weil sie bei der Zeichnung zum quasi-Einheitspreis nicht zum Zuge kamen (Kenne nicht die Spielregeln bei Griechen-Emissionen).
(Long griechische Staatsanleihen und gekaufte Protection haben ist quasi marktneutral).
> Pour l’instant, ils ne peuvent pas vendre ces CDS sinon ils feraient
> eux-mêmes baisser les cours.
"Jetzt können sie die CDS nicht verkaufen, sonst würden sie ein Absinken der Kurse verursachen."
Wieder so ein Autor, der CDS für Wertpapiere hält, das impliziert die Formulierung "CDS verkaufen" und "Kurse senken"...
Irgendwie lustig, daß Leute, die noch nicht mal elementare Kenntnisse von den Instrumenten haben, sich berufen fühlen, über dieses Thema zu reden.
Manchmal denke ich, daß dieselben Leute, die früher das frühe Nachmittagsfernsehen der Privaten gesehen haben, sich nun als Internetautor betätigen.
Warum interessiert Dich das? Ich meine, welchen Erkenntnisgewinn ziehst Du aus der Internetlektüre? Die meisten Internetdarstellungen sind doch eh so fehlerhaft wie das obige Beispiel, wo sich der Autor als Unwissender diskreditiert wie ich mit meinen Laienfragen bei einer Veranstaltung über das europäische Stromnetz.
Gruß
paranoia --- Only the paranoids will survive. (Intel-Chef Andy Grove) |
Fabio

München, 08.02.2010, 14:30
@ paranoia
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CDS |
Hi Paranoia,
>
> Wieder so ein Autor, der CDS für Wertpapiere hält, das impliziert die
> Formulierung "CDS verkaufen" und "Kurse senken"...
"CDS verkaufen" mag ja falsch sein, aber irgendwie scheint es da ja einen Preismechanismus zu geben, der u.a. auch in den Markit-Indizes einfließt, oder?
Liebe Grüße
Fabio --- --------------------------
Hasta la libertad, siempre |
Gaby
08.02.2010, 14:38
@ paranoia
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Der Grund für's Verlinken |
Hi paranoia,
wie immer Dank für Deine fundierten Kenntnisse. Nun, ich habe den Artikel hier verlinkt eben genau weil ich ihn - aufgrund mangelnder Französischkenntnisse - nicht verstanden habe. Alles, was ich mit bekam war, dass hier scheinbar ein "Zcok gegen Griechenland" laufen soll.
Und das interessiert mich aus naheliegenden Gründen ja nun schon
Wenn dann zum gerade mal "ausdreichendem" (Zeugnisnote) Schulfranzösisch noch maximal ebensolches Wissen um komplexe Finanzprodukte dazu kommt, dann fragt man doch gerne mal nach, oder?
Gruß
Gaby |
paranoia
Die durchschnittlichste Stadt im Norden, 08.02.2010, 14:58
@ Fabio
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richtige CDS-Formulierung |
> Hi Paranoia,
>
> >
> > Wieder so ein Autor, der CDS für Wertpapiere hält, das impliziert die
> > Formulierung "CDS verkaufen" und "Kurse senken"...
>
> "CDS verkaufen" mag ja falsch sein, aber irgendwie scheint es da ja einen
> Preismechanismus zu geben, der u.a. auch in den Markit-Indizes einfließt,
> oder?
Der Marktpreis ist die Höhe der jährlichen Versicherungsprämie.
Findet der Geschäftsabschluß zum Marktpreis statt, muß kein Upfront (initiale Zahlung des einen an den anderen) fließen.
Steigt die Prämie am Markt, gewinnen Altverträge mit niedrigerer Prämie an Wert für den Prämienzahler. Um einen solchen Vertrag zu annulieren, muß der Kontrahent Geld auf den Tisch legen.
Stell Dir vor, Du bist Onassis und hast Deine Schiffe frisch versichert. Da kommt die Nachricht, daß ein iranisches Schnellboot das Boot eines Konkurrenten versenkt hat. Die Versicherungsprämien steigen.
Deine günstigen Altverträge haben jetzt einen hohen Wert, den Du realisieren könntest, wenn Du Deine Versicherungsverträge an einen anderen Reeder verkaufen könntest.
Man spricht im übrigen davon "Protection" zu kaufen oder zu verkaufen. Das ist eindeutig und jeder weiß, was gemeint ist.
Gruß
paranoia --- Only the paranoids will survive. (Intel-Chef Andy Grove) |
Fabio

München, 08.02.2010, 15:10
@ Gaby
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Hier etwas für die Griechen |
Unicredit und Deutsch Bank desertieren vom griechischen Repo-Markt:
http://www.bankingnews.gr/bank-insider/item/1246-%CE%97-Deutsche-Bank-%CE%BA%CE%B1%CE%B9-%CE%B7-Unicredit-Group-%CE%B4%CE%B5%CE%BD-%CE%B4%CE%B1%CE%BD%CE%B5%CE%AF%CE%B6%CE%BF%CF%85%CE%BD-%CF%84%CE%B9%CF%82-%CE%B5%CE%BB%CE%BB%CE%B7%CE%BD%CE%B9%CE%BA%CE%AD%CF%82-%CF%84%CF%81%CE%AC%CF%80%CE%B5%CE%B6%CE%B5%CF%82-%CF%83%CF%84%CE%B7%CE%BD-repo-%CE%B1%CE%B3%CE%BF%CF%81%CE%AC.html
Fundort (da mein Altgriechisch nicht reicht, um neugriechische Banknachrichten zu verstehen, aber "repo agora" finde ich hübsch):
http://www.zerohedge.com/article/deutsche-bank-and-unicredit-pull-out-greek-repo-market-cease-lending-against-greek-collatera --- --------------------------
Hasta la libertad, siempre |
Vatapitta
08.02.2010, 22:30 (editiert von Vatapitta, 08.02.2010, 22:41)
@ Gaby
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Kann ein schwarzer Schwan das griechische Problem lösen? |
Moin moin,
vielen Dank Gaby für deine sehr interessanten Beiträge aus Griechenland.
Ich schätze auch die griechische Art, war aber leider sehr lange nicht
mehr dort.
Für manches Problem findet sich nach genauer Analyse der Interessenlage
und der finanziellen Engagements von Banken und Hedgefonds (B&H) eine
überraschende Lösung. Die Politik kann für die an Devisenspekulation beteiligten Banken
und Hedgefonds die Spielregeln ändern.
Damit wird diesen dann ein fetter "Schwarzer Schwan" serviert, anstelle des erhofften Gewinns.
Als Ziel einer neuen Regulierung von Währungsspekulationen sollte man die
Insolvenz der daran beteiligten Institute anvisieren.
Dazu bedarf es meiner bescheidenen Einschätzung nach dreier Dinge, die
gemeinsam die Beteiligten sicher und kurzfristig in die Insolvez führen.
Mir ist klar, dass es dabei zu heftigsten Turbulenzen kommt.
Das ist beabsichtigt.
1. Über ein Wochenende - genau am Höhepunkt der griechischen Krise -
beschließe man prohibitive Steuern auf Währungsspekulationen.
2. Die kurzfristugen Zinsen für Refinanzierungen der B&H werden vorübergehend
- bis zur gewünschten Insolvenz - kräftig angehoben.
3. Man gebe den B&H reichlich griechische Anleihen, die sie sicher
kurzfristig finanzieren und nähre dabei fortwährend die Hoffnung auf einen
Bailout (Gier frisst Hirn).
Und dann kommt die unerwartete politische Entscheidung ... kein Bailout!
Die EZB kann dann von den "not leidenden B&H" die Anleihen zu Tiefstkursen
zurückkaufen.
Sorry, so läuft nun mal das Geschäft.
Hinterher rudert man mit Unschuldsmiene zurück,
und wickelt mit Freude die Beteiligten ab, am Besten mit Rückzahlung
der Boni für vergangene Jahre.
Das grösste Problem sehe dabei nicht im nebenbei zerschlagenen Porzellan,
sondern darin, dass die alle mit der Politik unter einer Decke stecken.
Dazu kommen noch diametral entgegengesetzte Interessen im transatlantischen
Wirtschaftskrieg.
Ich freue mich über eine angeregte Disskussion.
Bitte nicht vergessen, ich bin absolut kein Fachmann für solche Fragen.
Gruss
Vatapitta
PS: Wofür bekommen Banker eigentlich ihre Boni?
Müssen sie dafür nicht andere über den Tisch ziehen?
Hat doch wohl mit ehrlicher Arbeit rein gar nichts zu tun? |